Hochschul-Nachrichten 14.05.2012, 14:49 Uhr

Warum Studenten besser ausziehen sollten

Davon, während des Studiums Zuhause zu wohnen, halten Studienberater nicht viel: Der Kontakt zu Kommilitonen bleibe auf der Strecke.


        Entspannt lernen kann man in Zügen in der Regel nicht. Wer von zu Hause an die Universität pendelt, verliert daher meist viel Zeit.

Entspannt lernen kann man in Zügen in der Regel nicht. Wer von zu Hause an die Universität pendelt, verliert daher meist viel Zeit.

Berlin. Wer in einer nahegelegenen Stadt einen Studienplatz erhält, muss sich entscheiden: Weiter bei den Eltern wohnen – oder den Umzug zum Studienort wagen. Der angehende Akademiker, der im Elternhaus bleibt und zur Universität pendelt, genießt gewisse Annehmlichkeiten – verliert aber auch Zeit und verpasst gute Partys. Studenten sollten sich daher genau überlegen, ob sich ein Auszug nicht doch lohnt.

Florian Ludwig studiert Englisch und Geschichte auf Lehramt in Heidelberg. Der 23-Jährige pendelt seit fünf Semestern mit Bus und Bahn vom Elternhaus in Karlsruhe zur 65 Kilometer entfernten Uni. Für ihn ist entscheidend, dass er durch das Wohnen im Elternhaus viel Geld spart. „In Heidelberg würde ich für das Geld, das ich ins Semesterticket investiere, kaum eine Monatsmiete zahlen können.“

Hauptfaktoren Geld und Bequemlichkeit

Ein Viertel der deutschen Studenten wohne noch zu Hause, sagt Stefan Grob, Sprecher des Deutschen Studentenwerks in Berlin. Geld sei dabei ein wichtiges Argument. „Viele Studenten sparen sich so den Nebenjob, da die Kosten für Miete und Lebenshaltung wegfallen.“ Zudem sei der Verbleib im heimischen Nest äußerst bequem. „Die Wäsche wird gewaschen und der Kühlschrank gefüllt“, sagt Sonja Eser von der Lernberatung der Universität Augsburg. Das Wohnen zu Hause biete ein Sicherheitsgefühl, das manche Studenten fürs Lernen bräuchten.

Schwierig findet Eser allerdings, dass der Student nicht seine gewohnten Strukturen verlässt. „So wird manchem der Übergang von Schulzeit zu Studium nicht richtig bewusst, und er unterschätzt die Anforderungen.“ Dazu sei der Zeitverlust durchs Pendeln meist erheblich, sagt Grob. „Wenn das Pendeln am Tag über zwei Stunden einnimmt, sollte man umziehen. Die Zeit kann man sinnvoller nutzen.“


 

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