Hochschul-Nachrichten 04.07.2012, 19:08 Uhr

Von der Pflegeschule in den Hörsaal

Seit 2011 bietet die Hochschule Regensburg einen dualen Studiengang Pflege an. Zu den Kooperationspartnern gehören der Bezirk und die Barmherzigen.

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Tina de Benedictis misst bei ihrer Kommilitonin Julia Kraus den Blutdruck. Beide sind für den dualen Studiengang Pflege eingeschrieben und absolvieren zunächst eine dreijährige Krankenpflege-Ausbildung. Foto: Knobloch

Tina de Benedictis misst bei ihrer Kommilitonin Julia Kraus den Blutdruck. Beide sind für den dualen Studiengang Pflege eingeschrieben und absolvieren zunächst eine dreijährige Krankenpflege-Ausbildung. Foto: Knobloch

Von Louisa Knobloch, MZ

Regensburg. Tina de Benedictis legt die Druckmanschette um den Oberarm der jungen Frau im Krankenhausbett vor ihr und bläst sie auf. Dann rückt sie die Ohrbügel ihres Stethoskops zurecht und hört den Blutdruck ab. Auskultieren nennt man das im Fachjargon. „120 zu 80 – super“, sagt sie nach ein paar Augenblicken. Die „Patientin“ lächelt und setzt sich auf. Blutdruckmessen gehört an der Berufsfachschule für Krankenpflege des Bezirks Oberpfalz zum Lehrplan. Tina de Benedictis und ihre Mitschülerin Julia Kraus machen aber eine besondere Ausbildung: Sie sind im dualen Bachelorstudiengang Pflege der Hochschule Regensburg eingeschrieben.

Die beiden jungen Frauen gehören zum ersten Jahrgang, der im Wintersemester 2011/12 mit insgesamt 23 Studenten gestartet ist. Sie alle absolvieren zunächst eine dreijährige Berufsausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, besuchen aber parallel schon Blockkurse an der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule Regensburg (HS.R). Nach erfolgreich abgelegtem Staatsexamen geht es dann für drei Semester an die Hochschule, das Studium schließt mit einer Bachelorarbeit ab.

Neue Aufgaben für die Pflegekräfte

„Nach viereinhalb Jahren hat man also eine Berufsausbildung und einen akademischen Abschluss“, sagt Prof. Dr. Klaudia Winkler, die den Studiengang an der HS.R betreut. „Das macht aus unserer Sicht die Attraktivität des Angebotes aus.“ Nach Kooperationen mit Hochschulen in Mainz und Nürnberg hat die Krankenpflegeschule des Bezirks nun einen Partner vor Ort.

„In 24 von 27 EU-Staaten ist die Pflegeausbildung bereits akademisiert“, berichtet Schulleiter Rupert Brenninger. Deutschland hinkt da noch etwas hinterher. Die Akademisierung sei jedoch wichtig, weil die Aufgaben – nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels – immer komplexer würden. „Pflegekräfte müssen zunehmend ärztliche Tätigkeiten übernehmen wie die Weiterversorgung von Patienten mit chronischen Wunden, Diabetes oder Demenz“, sagt Brenninger. Für eine patientennahe Versorgung sei es zudem wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis zu transferieren. Bewerber sollten teamfähig sein und über gute kommunikative Fähigkeiten verfügen: „Man muss offen sein, auf Menschen zugehen können“, sagt Brenninger. Aber auch gute kognitive Fähigkeiten seien wichtig: „Die Studenten müssen viel lernen“, so der Schulleiter.


 

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