Vom Aussterben bedrohter Braunbär in Gnadenhof tot aufgefunden - Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln gegen Unbekannt
BAD FÜSSING / LKRS. PASSAU. In einem Bärengnadenhof wurde bereits am 3. April 2012 die Braunbärin "Julia" tot aufgefunden. Eine privat beauftragte toxikologische Untersuchung erbrachte keine sicheren Ergebnisse, dass das Tier vergiftet wurde. Jetzt ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Todesfall des seltenen Tieres.
Die 21-jährige syrische Braunbärin "Julia" - es handelt sich um eine seltene Braunbärenart mit besonders hellem Fell, die vom Aussterben bedroht ist - wurde am Vormittag des 3. April tot von Tierpflegern des Gnadenhofs in einem Teich treibend aufgefunden. Das Tier war 2009 aus nicht artgerechter Haltung gerettet worden und durfte seitdem im etwa 11 ha großen Gnadenhof bei Bad Füssing leben. Weltweit dürften von dieser Bärenart nur noch rund 45 Tiere leben. Das Areal des Gnadenhofs ist besonders gut gesichert und wird durch Beschäftigte regelmäßig überprüft.
Zur Feststellung der Todesursache von "Julia" initiierte die Trägerin des Gnadenhofs, die "Gewerkschaft für Tiere e. V." in München eine pathologische Untersuchung in der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dort wurden Hinweise auf eine Vergiftung erkannt. Die Bärin musste innerlich verbluten.
Die Polizeistation Bad Füssing und die Staatsanwaltschaft in Passau sind jetzt zu dem Fall nach Anzeigeerstattung durch die "Gewerkschaft für Tiere e.V." mit Ermittlungen zum Tod des Tieres befasst. Konkret wird wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und evtl. weiterer Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen ermittelt.
Trotzdem der Vorfall an sich schon länger her ist, bitten Polizei und Staatsanwaltschaft um Zeugenhinweise. Wem sind insbesondere am 02. / 03.04.2012 im Bärengehege bei Aigen am Inn verdächtige Personen aufgefallen, die unter Umständen Köder über den Zaun in das Gehege warfen? Hinweise werden unter der Tel.-Nummer 08531 / 94699-0 erbeten.
Medien-Kontakt: Pol.-Präs. Ndby., Presse-Team, Klaus Pickel, PHK, 09421-868-1012
Veröffentlicht am 04.06.2012 um 15.50 Uhr
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