Gas aus Wind
Von Juliane Gringer, dpa
Der Wind treibt die Räder an. Foto: Bodo Marks
. Mit Gas können wir kochen, heizen oder sogar mit dem Auto fahren. Dazu nutzen wir meist Erdgas. Das stammt tief aus der Erde, ähnlich wie Erdöl. Bald könnte in diesen Rohren außer Erdgas noch ein anderes Gas fließen: Windgas. Der Name soll zeigen: Dieses Gas wird mit Hilfe von Windrädern gemacht.
Eigentlich erzeugen Windparks, wo viele Windräder stehen, Strom. Der fließt dann durch Leitungen und landet in unseren Steckdosen. Aber manchmal gibt es ein Problem: Dann produzieren Windräder, Kohlekraftwerke und andere Kraftwerke mehr Strom, als die Leute gerade verbrauchen. Das kann das Stromnetz überlasten. Damit es nicht zusammenbricht, werden Windräder dann abgestellt. Denn das geht viel einfacher, als große Kraftwerke abzuschalten. Aber eigentlich ist das schade: Denn die Windräder könnten weiter Energie herstellen, die wir dann später nutzen würden. Aber Strom lässt sich schlecht speichern.
Mit einem Trick wollen Techniker das Problem lösen: Man kann nämlich mit Windkraft Gas herstellen. Und das lässt sich gut speichern. Das Prinzip geht so: Wenn viel Wind weht, nutzt man den Strom der Windräder, um damit Gas zu erzeugen. Dazu braucht man Wasser. Das zerlegt man mit Strom in seine zwei Bausteine: Wasserstoff und Sauerstoff. Das Gas Wasserstoff leitet man in Gasrohre und mischt es mit Erdgas. Den Sauerstoff braucht man nicht. Den leitet man einfach in die Luft.
Erzeugt wird das Windgas in besonderen Anlagen. Diese Anlagen stellt man zum Beispiel in die Nähe von Windparks und schließt sie mit Rohren an das Gasnetz an. So gelangt der Strom von den Windrädern schnell zu den Anlagen. Und das erzeugte Windgas fließt in das Gasnetz.

