Jun. Täglich 09.05.2012, 15:49 Uhr

Streuner in der Ukraine: Operationen retten Hundeleben

Von Petra Reinken, dpa

Tierschützer versuchen sich um die Straßenhunde zu kümmern. Foto: Jens Kalaene

Tierschützer versuchen sich um die Straßenhunde zu kümmern. Foto: Jens Kalaene

. Amir Khalil ist Tierarzt. Im Moment arbeitet er in der Ukraine. Das ist neben Polen das Land, in dem bald die Fußball-Europameisterschaft beginnt. Amir Khalil hilft Hunden in der Ukraine, die kein Zuhause haben.

Wir helfen Tieren, denen es schlecht geht. Das sagen Menschen wie Amir Khalil. Er ist Tierarzt und bei Vier Pfoten aktiv. Er kümmert sich für diese Tierschutz-Stiftung gerade um Hunde in der Ukraine, die auf der Straße leben. Die Ukraine ist ein Land im Osten Europas. Dort findet in diesem Jahr auch die Fußball-EM statt.

Der 48-Jährige erzählt zum Beispiel die Geschichte von einem Hund dort. Der Hund wurde in einem alten, brüchigen Haus in einer ukrainischen Stadt gefunden. Er habe Schaum vor der Schnauze gehabt, berichtet Amir Khalil. «Das bedeutet, dass er vergiftet worden ist.» Das Tierretter-Team habe das Kerlchen zum Glück rechtzeitig gefunden und retten können. Aber warum gibt es in der Ukraine überhaupt vergiftete Hunde?

«In der Ukraine sind viele Menschen sehr arm. Viele Leute haben ihre Hunde ausgesetzt, weil sie keinen Tierarzt und kein Futter bezahlen konnten», erklärt Melitta Töller von Vier Pfoten. «Darum müssen die Hunde in den Städten auf der Straße leben. Und weil sie dort Junge bekommen, werden es immer mehr Hunde. Aber zu viele Hunde können krank werden oder Krankheiten übertragen. Und irgendwann finden sie nicht mehr genug zu fressen.»

Die Verantwortlichen in den Städten glauben, dass sie das Problem in den Griff bekommen, wenn sie die Tiere töten. Amir Khalil meint: «Jetzt, zur Fußball-Europameisterschaft, wollten die Verwaltungen, dass in den EM-Städten keine Streunerhunde mehr zu sehen sind.» Denn das ist keine gute Werbung für die Städte und das ganze Land.

Melitta Töller und Amir Khalil glauben, dass der Plan der Stadtverwaltungen nicht funktioniert. Es bleiben immer herrenlose Hunde übrig, die dann wieder Welpen bekommen, sagen sie.

Tierschützer haben deshalb eine ganz andere Idee. Sie fangen die Hunde ein und sorgen dafür, dass sie keine Jungen mehr bekommen können. Die Hunde müssen dafür operiert werden. So eine Operation heißt Kastration. Und Tierärzte wie Amir Khalil können diese Operation machen. Die Vierbeiner werden noch geimpft und versorgt. Danach werden Sie wieder dort freigelassen, wo man sie gefangen hat.

Wenn man das ein paar Jahre macht, gibt es immer weniger Hunde, die Nachwuchs bekommen können. Nach und nach werden es dann insgesamt weniger Hunde auf den Straßen, weil keine neuen mehr geboren werden.


 

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