Jun. Täglich 10.08.2012, 12:32 Uhr

Pumpspeicher-Kraftwerke: «Wir nutzen die Kraft des Wassers»

Von Michael Billig, dpa

. Mal gibt es zu viel, mal zu wenig: Kraftwerke in Deutschland stellen manchmal mehr Strom her, als wir verbrauchen. Und manchmal erzeugen sie zu wenig. Deshalb tüfteln Forscher, wie man Energie speichern kann. Das geht mit Hilfe von Pumpspeicher-Kraftwerken.

Berge, Wald und Wiesen. Das Dorf Goldisthal liegt abgeschieden in einem Tal im Thüringer Schiefergebirge. Früher war Goldisthal bekannt für seine Wanderwege. Heute ist es eher für etwas anderes berühmt: Dort steht nämlich das größte Pumpspeicher-Kraftwerk Deutschlands. Es besteht aus zwei riesigen Staubecken, einer gewaltigen Maschinenhalle und langen Stollen.

Wie ein Pumpspeicher-Kraftwerk genau funktioniert, erzählt Thomas Schubert. Er führt Besucher durch das Werk in Goldisthal. «Wir nutzen die Kraft des Wassers», erklärt er. Das Wasser verteilt sich auf zwei mächtige Seen: Das höhere Oberbecken und das tiefer gelegene Unterbecken.

Das Oberbecken liegt oben auf einem fast 880 Meter hohen Berg. Es ist eine riesige Wanne aus Beton. Dort hinein passen zwölf Milliarden Liter Wasser. Das wären etwa 80 Millionen Badewannen voll. Das Unterbecken liegt im Tal und fasst noch viel mehr Wasser. Dieses Wasser stammt aus einem Fluss, der direkt oberhalb des Dorfes Goldisthal gestaut wurde. Ein 67 Meter hoher Staudamm schirmt das Dorf von den Wassermassen ab.

«Beide Wasserbecken sind miteinander verbunden», sagt Thomas Schubert. Dazwischen liegen Stollen. Das Wort stammt eigentlich aus dem Bergbau. Stollen sind künstlich angelegte Gänge durch einen Berg. Durch die Stollen in Goldisthal strömt das Wasser - nach oben oder nach unten.

Um Strom zu erzeugen, wird das Wasser aus dem oberen See abgelassen. Es rauscht mehr als 300 Meter in die Tiefe Richtung unterer See. Auf dem Weg dahin treibt es vier Geräte an, die ein bisschen aussehen wie Schiffsschrauben. Diese Turbinen drehen sich und treiben wiederum Generatoren an, die Strom erzeugen. So wird Wasserkraft in Elektrizität umgewandelt.

Wenn Kraftwerke gerade zu viel Strom herstellen, nutzt das Pumpspeicher-Kraftwerk den Überschuss: Dann wird Wasser aus dem unteren in das obere Becken gepumpt. Dort wird es gespeichert - bis wieder Energie gebraucht wird.

Die Turbinen und Generatoren stehen übrigens mitten im Berg - in einer gewaltigen Maschinenhalle. «Die Maschinenhalle ist das Herz des Werks», sagt Thomas Schubert.

 

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