Kein Filmriss dank modernster Digitaltechnik
Junge Reporter aus Waffenbrunn recherchierten im Cine-World in Cham. Sie wissen jetzt wie spannende Kinostreifen auf die Leinwand kommen.
Waffenbrunn . Vor mehr als 100 Jahren lernten die Bilder in Cham laufen. Möglich machte dies die Familie Wittmann, die 1911 ein Kino eröffnete. Was sich in den vergangenen 100 Jahren alles veränderte, wie Kino eigentlich funktioniert und was passiert, wenn der Film reißt, diesen Fragen gingen die Mädchen und Buben der 3. Klasse der Grundschule Waffenbrunn-Willmering auf den Grund.
Zusammen mit ihrem Klassenleiter Norbert Paulus recherchierten die jungen Reporter für das Bayerwald-Echo. Zu dem Thema „Wehe, wenn der Film reißt“, erstellten sie eine Reportage für das Projekt „Zeitung in der Grundschule.“
Popcorn und viele Antworten
Die Familie Wittmann erklärte sich sofort bereit, den jungen Reportern Rede und Antwort zu stehen und natürlich auch eine Tüte Popcorn sowie eine Gratisvorführung zu spendieren.
Seit 100 Jahren ist das Cine-World im Besitz der Familie Wittmann. Mit acht Vorführräumen und insgesamt rund 840 Sitzplätzen ist es das inzwischen einzige Filmtheater im Landkreis Cham. Bei sieben der acht Kinoräume werden die Filme bereits digital präsentiert.
„Wir haben nur noch einen Kinoraum, in dem 35-Millimeter-Filme gezeigt werden“, berichtet Michael Wittmann. Zusammen mit seiner Frau Barbara und dem Junior Sebastian führte er die jungen Reporter durch das Cine-World und erläuterte auch die technischen Veränderungen in den vergangenen 100 Jahren.
Nach den Worten von Michael Wittmann wird es in rund zehn Wochen überhaupt keine Filmrolle mehr im Chamer Kino geben. „Dann stellen wir auch den letzten Vorführraum auf digital um“, fügt der Chef des traditionsreichen Unternehmens hinzu. Auf Nachfrage der jungen Reporter erläuterte Michael Wittmann, wie die bewegten Bilder zustande kommen. Die einfachste Erklärung liefert der Spruch „Als die Bilder laufen lernten!“ Kino sei eine Illusion. Sie beruhe darauf, dass das Auge getäuscht werde, wenn 24 Bilder pro Sekunde aneinandergereiht werden. Das ist laut Michael Wittmann auch im digitalen Zeitalter so geblieben. In Cham ist diese Illusion seit 100 Jahren Realität.





