Zeitung in der Schule 29.03.2012, 12:17 Uhr

Schüler sollten „den Worten freien Lauf lassen“

In Nabburg war der türkischstämmige Dichter Nevfel Cumart bei der Klasse 8a zu Gast.


        Die Kreative Schreibwerkstatt mit Nevfel Cumart im Rahmen des ZiS-Projekts und mit Unterstützung von E.ON Bayern machte den Nabburger Schülern sichtlich Spaß. Foto: Klasse 8a

Die Kreative Schreibwerkstatt mit Nevfel Cumart im Rahmen des ZiS-Projekts und mit Unterstützung von E.ON Bayern machte den Nabburger Schülern sichtlich Spaß. Foto: Klasse 8a

Von der Klasse 8a des Johann-Andreas-Schmeller Gymnasiums Nabburg

Nabburg. „Es geht nicht darum, Meisterwerke zu schreiben, sondern darum, dass Ihr Freude am eigenen Schreiben entwickelt.“ Mit diesen Worten begann für uns die Kreative Schreibwerkstatt mit Nevfel Cumart, einem Dichter mit türkischer Abstammung. Wir begannen die Stühle in einem Halbkreis um ihn zu stellen, da Cumart viel Wert darauflegt, keine schulische Atmosphäre entstehen zu lassen. Er erklärte uns, wie sein außergewöhnlicher Name zustande kam: Aus dem ursprünglichen „Naufal Cömertbay“ wurde mit der Zeit durch die Fehler einiger Behörden „Nevfel Cumart“. Als Sohn türkischer Eltern wurde er 1964 in Lingenfeld geboren, wuchs aber in Norddeutschland in Stade auf, wo er eine Mädchenschule besuchte. Über den genauen Tag seiner Geburt weiß nicht einmal er selbst genau Bescheid, da das exakte Datum nicht festgehalten wurde. Anschließend studierte er in Bamberg und Kairo Arabistik, Turkologie, Iranistik und Islamwissenschaften.

Seine ersten Gedichte verfasste er im Alter von 17 Jahren. Bis heute wurden 15 Gedichtbände von ihm veröffentlicht, z. B. „Das Lachen bewahren“, „Schlaftrunken die Sterne“, „Dem Leben entgegen“, „Wellen der Zeit“ und „Die Entdeckung der Worte“, eine Sammlung von Gedichten seiner Schüler, aus denen wir einige Werke zu hören bekamen. Er schreibt über seine Abstammung, seine Familie und Freunde, Liebe, seine Sehnsüchte und Gefühle und Orte, an denen er war.

Nachdem er über sein Leben erzählt und unsere Fragen beantwortet hatte, ging es auch für uns richtig los: Wir bildeten Gruppen und begannen ein Akrostichon zum Thema „MEIN ZUHAUSE“ zu schreiben, das einige Schüler vor der Klasse präsentieren durften. Bevor wir ein Cluster über das, was wir schlimm finden, erstellten, las er uns zur Inspiration ein Gedicht von Gottfried Benn vor. Mit den daraus gewonnenen Ideen begannen wir selbst ein Gedicht zu verfassen (eines der besten Ergebnisse von Corinna Rösch lesen Sie rechts oben).

Die vier Schulstunden, in denen wir einen Einblick in das Leben des Lyrikers bekamen, waren wie im Flug vergangen. So einen interessanten Vormittag würden wir jeder Zeit gerne wieder mitmachen. Auch Nevfel Cumart hat sich bei uns wohlgefühlt. Er beendete die Kreative Schreibwerkstatt mit den Worten: „Ihr seid eine nette Truppe und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit euch zu arbeiten.“

 

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