Zeitung in der Schule 23.04.2012, 19:13 Uhr

Damit das Abwasser nicht zu Donauwasser wird

Im ungarischen Székesfehérvár wirft eine deutsche Schülergruppe einen Blick hinter die Kulissen der größten Kläranlage des Plattensees.


        Blauer Himmel, braunes Wasser – das ist der erste Eindruck von der Kläranlage Fejérvíz AG. Foto: Julius Gröber

Blauer Himmel, braunes Wasser – das ist der erste Eindruck von der Kläranlage Fejérvíz AG. Foto: Julius Gröber

Von Sebastian, Nicolas, Sid und Julius, Pindl-Gymnasium Regensburg

Székesfehérvár. Blauer Himmel, grüne Wiesen und braunes Wasser: Das sind neben dem typischen Geruch von Abwasser die ersten Eindrücke, die man in der Kläranlage Fejérvíz AG in Székesfehérvár sammelt. Im Empfangsraum begrüßen die Mitarbeiter der Anlage die Teilnehmer der Kläranlagenführung. Dort wird den Schülern zu Beginn das Grundprinzip der Wasseraufbereitung erläutert. Die 25000 Kubikmeter Abwasser, die täglich in der Kläranlage aus den umliegenden Dörfern eintreffen, werden mit Hilfe von drei Phasen innerhalb von sechs Stunden gereinigt. Bei der ersten Phase handelt es sich um eine mechanische Reinigung, bei welcher nur ungelöste grobe Materialien wie Sand und Steine herausgefiltert werden.

Anschließend werden in der zweiten Phase Mikroorganismen und Sauerstoff zugefügt, um viele gelöste Schmutzstoffe zu entfernen. Die dritte und letzte Stufe besteht darin, das Wasser langsam durch ein anderes Becken fließen zu lassen, wodurch sich die Bakterien am Boden absetzen, da sie schwerer als Wasser sind. Das führt dazu, dass die meisten Organismen herausgefiltert werden, wodurch das Wasser auch wieder klar wird. Dieses gereinigte Wasser wird dann in die Donau geleitet. Der Klärschlamm, der sich in der letzten Phase abgesetzt hat und immer noch 95 Prozent Wasser enthält, wird in Türmen gelagert und entwässert und zuletzt zu einer Kompostieranlage geliefert.

Dies geschieht jedoch nicht einfach so. Da die Kläranlage selbst nicht in der Lage ist, den letzten Reinigungsprozess selbst vorzunehmen, muss sie gegen finanzielle Mittel den Schlamm in die Kompostieranlage liefern. Dort wird das Abfallprodukt bei großer Hitze endgültig von allen verbliebenen Bakterien befreit, um bedenkenlos anderweitig eingesetzt werden zu können. Vor allem Landwirte finden für die Überreste Verwendung, indem sie sie beispielsweise als Dünger für ihre Felder benutzen.

 

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