Mit dem Bruckmandl der Geschichte auf der Spur
Bei einer Stadtführung über die Steinerne Brücke erfahren Besucher nicht nur historische Fakten, sondern hören auch eine Sage.
Wohin schaut das Bruckmandl? Die Schüler erkundeten die Steinerne Brücke und Stadtamhof. Foto: BST 1
Regensburg.
Wenn man über die Steinerne Brücke geht, kann man eine Steintafel entdecken, auf der zwei Hühner abgebildet sind. Nanu, was haben denn Hühner mit einer Brücke zu tun? In Regensburg eine ganze Menge! Stadtführerin Michaela Ederer erzählt uns die Legende, die dahintersteckt.
Im Mittelalter, so heißt es, schlossen der Dombaumeister und der Brückenbaumeister eine Wette ab, wer zuerst fertig ist. Als der Brückenbaumeister in Verzug geriet, bat er den Teufel um Hilfe. Der war gerne dazu bereit, verlangte aber als Gegenleistung drei Seelen. Als die Brücke fertig war und eingeweiht werden sollte, jagte der Brückenbaumeister aber zuerst einen Hund, einen Hahn und ein Huhn auf die Brücke. Mit deren Seelen musste der Teufel nun vorlieb nehmen.
Selbst der Strudel, den man im Wasser sehen kann, wenn man von der Brücke schaut, wird durch diese Legende erklärt. Denn angeblich stürzte sich der Teufel hier mit den Tieren in die Donau. Und weil der Hund unter Wasser mit dem Schwanz wedelt und die Hühner mit den Flügeln flattern, ist das Wasser so aufgewühlt.
Brücke als „Achtes Weltwunder“
Natürlich hat es diese Wette zwischen Dombaumeister und Brückenbaumeister nie gegeben. Die Steinerne Brücke wurde nämlich schon lange vor dem Dom, von 1135 bis 1146, gebaut. Das war für die damalige Zeit sehr schnell und die Brücke wurde sogar als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet. Weil die Menschen damals sich nicht vorstellen konnten, dass man in so kurzer Zeit eine so stabile Brücke bauen könnte, sagten sie: Da muss der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben. So entstand die Legende.
In den Jahrhunderten seit ihrer Erbauung hat die Steinerne Brücke viel gesehen. Berühmte Leute wie Kaiser Barbarossa oder Napoleon überquerten auf ihr die Donau. Mehrmals wurde sie teilweise zerstört – etwa im Dreißigjährigen Krieg oder im Zweiten Weltkrieg. Von den drei Türmen, die einmal auf der Steinernen Brücke standen, ist heute nur noch der Brückturm auf der Südseite erhalten. Durch den großen Torbogen fuhr früher eine Straßenbahn über die Brücke.

