Nachwachsender Rohstoff als Heizmaterial
Die Grundschule Mintraching wird seit zwei Jahren mit Hackschnitzel beheizt. Bei der Firma Vilsmeier erfuhren die Schüler, wie diese hergestellt werden.
Moosham. Wow! So große Fahrzeuge! Staunend stehen wir am Holzlagerplatz der Firma Albert Vilsmeier, als Prozessor, Hacker und Schlepper ihren Dienst versehen. Der Prozessor ist eine Maschine, die Baumstämme greift, fällt und in Stücke zersägt. Man kann sogar elektronisch einstellen, wie lang diese Stücke sein sollen. Der Prozessor gehört Georg Zirngibl, einem Freund von Albert Vilsmeier. Er bedient diese Maschine auch. Nachdem die Bäume aufbereitet wurden, werden sie zum Lagerplatz transportiert. Dort trocknet das Holz, denn je trockener das Holz ist, umso mehr Energie kann daraus gewonnen werden.
Der Hacker ist eine Maschine, die eine riesige Walze mit scharfen Messern besitzt und Baumstämme mit einem Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern zu Hackschnitzeln zerkleinern kann. Das macht einen enormen Lärm. Georg Zirngibl, der den Häcksler überwiegend bedient, steuert den Hacker vom Cockpit eines modernen Schleppers aus. Dabei sitzt er so hoch, dass er immer den Überblick behält. Die Hackschnitzel werden gleich auf einen bereitstehenden Anhänger, der an die 35 Schüttraummeter Hackschnitzel aufnehmen kann, geblasen.
Öl wird knapp, Holz wächst nach
Von dort werden sie entweder in die Lagerhallen nach Moosham oder St. Gilla oder gleich zu den Endabnehmern transportiert. Die Firma Vilsmeier beliefert Kunden im Umkreis von bis zu bis 80 Kilometern – auch die Grundschule in Mintraching. Ebenso werden weitere Schulen und Gewerbebetriebe in den umliegenden Gemeinden des Landkreises versorgt. Seit gut sechs Jahren produziert Albert Vilsmeier Hackschnitzel. Das macht er nicht alleine, weil er im Hauptberuf Landwirt ist. Seine Tochter Ulrike, Georg Zirngibl und Mitarbeiter Hans Semmler stehen ihm hilfreich zur Seite. Sie bedienen vorwiegend die modernen Großgeräte. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass immer ausreichend Brennmaterial zur Verfügung steht.
An die 70 Jahre muss eine Fichte wachsen, bis sie wieder gefällt werden kann. So darf der Waldbauer nie die Zukunft beziehungsweise die zukünftigen Generationen vergessen und muss nachhaltig wirtschaften – also freie Waldflächen wieder aufforsten. Für die Hackschnitzel wird vorwiegend Fichtenstammholz verwendet. Äste und Grünmaterial werden vor dem Zerkleinerungsprozess entfernt, weil hieraus weniger Energie gewonnen werden kann und mehr Asche anfällt. Die Rinde bleibt am Stamm.





