Zeitung in der Schule 19.03.2012, 18:49 Uhr

„Nicht bücken – Laserstrahl auf Tischhöhe!“

In den Physik-Laboren der Uni Regensburg erleben Schüler Naturwissenschaft zum Anfassen.


        Staub und Schmutzpartikel sind im Reinraum-Labor unerwünscht. Schutzkleidung ist daher Pflicht. Foto: kn

Staub und Schmutzpartikel sind im Reinraum-Labor unerwünscht. Schutzkleidung ist daher Pflicht. Foto: kn

Von der Klasse 9e des Goethe-Gymnasiums Regensburg

Regensburg. Kein Lehrer im Klassenzimmer empfängt die 9e – stattdessen steht Dr. Jörg Mertins von der Uni Regensburg vor uns. Nach einigen Vorinformationen über die Fakultät für Physik im Allgemeinen und die Physik-Labore im Speziellen steht für uns fest: Heute wird jeder von uns Dinge sehen, die er noch nie zu Gesicht bekommen hat. In drei Gruppen sollen wir durch Labore geführt werden, in denen physikalische Forschung betrieben wird.

„Ihr solltet euch nicht bücken, da die Laser sich hier auf Tischhöhe befinden und die Strahlen nicht ganz ungefährlich sind“, empfängt uns ein Mitarbeiter des Laserlabors. Jeder schlüpft in einen Kittel und zieht sich ein Haarnetz über – zum Schutz der hochempfindlichen Geräte.

Dunkelheit umfängt einen beim Betreten des Raums. Nachdem sich die Augen daran gewöhnt haben, nimmt man viele Monitore mit komischen Kurven, komplizierte Geräte voller Kabel und grüne Lichtstrahlen wahr: die Laser. Und hier steht er: einer der besten Laser seiner Art auf der Welt! Er gibt einen schrillen Ton von sich, der fast schon überschallähnlich wirkt.

3000 Mal pro Sekunde schaltet er sich jeweils für einen winzigen Zeitraum ein und aus. Und auf diesen winzigen Zeitraum kommt es an, wenn man ganz extreme Zeitlupen filmen will. „Wie lange, glaubt ihr, muss man den laufen lassen, damit er insgesamt eine Sekunde lang Licht von sich gibt?“, fragt ein Mitarbeiter. Das Ergebnis: 104 Jahre lang!

Weiter geht’s zum Reinraum-Labor. Wieder werden die Klamotten, die sich jeder heute Früh aus dem Schrank gefischt hat, ergänzt: diesmal durch einen Ganzkörperanzug, Handschuhe und Überzieher für die Schuhe. Ein hell erleuchtetes Labor mit zahlreichen Mikroskopen, an denen Mitarbeiter mit Pinzetten hantieren. Ein Geruch nach ätzenden Flüssigkeiten steigt einem in die Nase.

Anschließend: ein Irrgarten? Nein, nur ein Gänge-Gewirr, das uns zum letzten Labor führt. Das Elektronenmikroskop darin nimmt den halben Raum ein! Magnetische Linien, Monitore mit unglaublich vielen Knöpfen, die rot leuchten – man fühlt sich an ein U-Boot erinnert. Zurück in der Wirklichkeit gibt es Mittagessen in der Mensa der benachbarten Hochschule Regensburg. „Wir haben viele leuchtende Augen gesehen“, resümiert Dr. Mertins den Tag in den Laboren.


 

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