Zusatz 04.06.2010, 21:03 Uhr

Permanente Bedrohung?

Die Frage, warum es zwölf Treffer brauchte, um Tennessee Eisenberg zu stoppen, hat laut Rudolf Kraus nicht nur die beteiligten Polizisten stark beschäftigt, sondern die gesamte Polizei.

Dennoch verteidigte der Polizeipräsident das Vorgehen. „Ich denke, dass die Kollegen, um ihr Leben zu retten, gar keine andere Möglichkeit hatten, als von der Schusswaffe Gebrauch zu machen.“

Dabei hätten sie tatsächlich so lange schießen müssen, bis die Gefahr für den Kollegen abgewendet gewesen sei, den Eisenberg im Vorraum des Treppenhauses an eine Wand gedrängt gehabt habe.

Zuvor habe Eisenberg auf keine Aufforderung reagiert, das Messer wegzulegen. Auch Pfefferspray und Schlagstock seien wirkungslos geblieben.

Die Androhung, von der Schusswaffe Gebrauch zu machen, habe der Student mit den Worten „Dann erschießt mich doch, schießt halt“ kommentiert.

Als die Gefahr weiterbestanden habe, sei es zum Warnschuss und Schüssen auf Beine und Arme gekommen. Auch darauf habe Eisenberg nicht reagiert.

Die beiden betroffenen Beamten hätten darauf weiter geschossen, bis sich der Messerangreifer von ihrem Kollegen ab- und sich ihnen zugewandt habe.

Auch hier sei bei Entfernungen von eineinhalb, zwei Metern eine Bedrohungssituation gegeben gewesen.

Erst nach „dem wirklich letzten Schuss“ sei Tennessee Eisenberg zusammengebrochen, sagte Kraus.

Auf den Vorwurf, zehn Polizisten seien nicht imstande gewesen, einen Mann zu stoppen, entgegnete er, unter dem Strich habe diese Zahl wenig bedeutet.

Die Vielzahl an Kollegen sei wegen der möglichen Brisanz gerufen worden und habe sich später durch die engen Platzverhältnisse ins Freie zurückziehen müssen. „Letztendlich waren zwei, drei Beamte unmittelbar betroffen.“ (jp/bf)

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