Zusatz 03.02.2011, 15:17 Uhr

„Wickie und die starken Männer“ vor ihrer Feuerprobe

Mit „vorsichtigem Optimismus“ unbedingt die Spanier schlagen.

Auch ganz Handball-Deutschland ist gespannt, wieviele Räume Alexander Petersson, Snorri Steinn Gudjonsson und Kollegen heute öffnen werden.

Auch ganz Handball-Deutschland ist gespannt, wieviele Räume Alexander Petersson, Snorri Steinn Gudjonsson und Kollegen heute öffnen werden.

Roding/Jönköping. Die Buchmacher zahlen nur noch das eineinhalbfache für einen isländischen Sieg, die schwedischen Musik-Studentinnen klingen immer noch lieblich beim Trällern der Nationalhymnen und nur 90 Minuten Busfahrt trennten gestern Lothar Schacke vom Hauptrunden-Spielort Jönköping. Wo es heute frühabends auch für die „Isis“ um die Wurst geht im Match mit den Deutschen. Wenngleich sie in der Heimat überwiegend natürlich Heiner Brands Mannen die Daumen drücken werden – keine Rücksicht auf Rodings Vize-Abteilungsleiter. Gegen den Strom zu schwimmen ist der Kasselener ja gewohnt.

So fähig die Deutschen sind, sich aus der Außenseiterrolle hochzuziehen zum unerwarteten Sieg, so schwer wird es Schwarz-Rot-Gold heute haben gegen die „Isis“. An späten Donnerstag Abend war „Lothar“, wie die „Isis“ ihren Manager griffig nennen, wieder überwältigt vom Endspurt seiner „Zwerge“ von der Insel. Für die Norweger war es ebenso eine Frage der Ehre, die Emporkömmlinge wieder ins Meer zurückzustoßen, aber „in den letzten 15 Minuten waren wir cleverer“, grinste Schacke über den 29:22-Erfolg im anfangs knüppelharten Duell der Nordmänner. Weil sich die Schiris lange hatten testen lassen, wie weit die Spieler gehen dürfen. Island hat als einziges Team alle fünf Vorrundenspiele gewonnen.

Die Kraft müsste nach Schackes Einschätzung auch heute noch reichen. Die Blessuren werden rund um die Uhr behandelt, „ein Physio ist noch nachgekommen, einen sehr guten Orthopäden haben wir auch“, setzt Schacke auf Tempo, Spielwitz und Top-Keeper Björgvin Páll Gústavsson, scheinbar der Kult-Zeichentrickserie „Wickie und die starken Männer“ entliehen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

„Wir müssen auf alle Fälle die Spanie schlagen, das wäre der Schlüssel für die Olympia-Qualifikation“, stapelt Schacke weiter tief oder wird nach einer heutigen Niederlage gegen die Deutschen bestätigt. Das „Apre`s-Handball“ dürfte freilich besser werden in Jönköping: Franzosen, Spanier, Deutsche, Ungarn, Norweger und Isländer unter einem Hotel-Dach – „den Brand siehst du nachher kaum, der macht noch viele Video-Analysen“, weiß Schacke, aber vielleicht lässt sich DHB-„Vize“ „Hotti“ Bredemeier zu einem Gläschen Wein überreden. „Hotti“ trinkt ja kein Bier, war aber schon mal in Roding bei einem der 49 Top-Spiele. Damals als Junioren-Bundestrainer.


 

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