Zusatz 15.09.2011, 11:53 Uhr

„Demokratie muss flüssig sein“

Jan Kastner ist 21 Jahre alt und wird sich ab Oktober auch in Form eines Studiums mit dem Thema beschäftigen, das seit 2009 sein Privatleben durchdringt: mit Politik. Erst kürzlich ist er aus Berlin zurück gekehrt, wo er seine Kollegen drei Wochen lang beim Wahlkampf unterstützt hat. MZ-Redakteurin Maria Gruber hat mit dem Vorstandsmitglied der Oberpfälzer Piratenpartei gesprochen.

Herr Kastner, den Umfragen zufolge könnte die Piratenpartei am Sonntag zum ersten Mal in ihrer fünfjährigen Geschichte in ein Landesparlament einziehen. Was würde das für die Piraten bedeuten?

Es wäre ein großer Motivationsschub und ein Beweis, dass unsere Ideen gut ankommen. Der Einzug in ein Landesparlament kann ein neues Sprachrohr sein, um unsere Ziele und Ideen zu verbreiten.

Was sind denn die Ziele und Ideen?

Das oberste Ziel ist, die Politik, so wie sie jetzt läuft, zu ändern. Politik muss moderner und transparenter werden und mit den Bürgern gemacht werden. Nur noch wenige Leute gehen zur Wahl, weil sie nicht mehr wissen, was sie wählen sollen. Auch mir ist es 2009 bei der Europawahl so gegangen. Keine Partei hat meine Einstellung vertreten. Also habe ich mich für das geringste Übel entschieden und mich danach schlecht gefühlt. So geht es vielen. Die Demokratie scheint nicht mehr zeitgemäß zu sein.

Wann ist Ihrer Meinung nach eine Demokratie zeitgemäß?

Wenn sie flüssig ist. Wenn sie sich ihr Feedback aus der Gesellschaft holt.

Wie genau stellen Sie sich das vor?

In Berlin gibt es auf Bezirksebene zum Beispiel ein Internetportal, über das jeder User eine Idee oder Forderung einbringen kann. Wenn er genügend Unterstützer hat, tritt er mit seiner Idee in die Diskussionsphase ein, woraufhin über die Idee abgestimmt wird. Das Ergebnis der Abstimmung pflegt die Politik dann ein und setzt es um in Realpolitik. Am Ende könnte sich das zu einer Art Basisdemokratie entwickeln.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

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