Nur Bier, Brot und Fisch sind erlaubt
Fast 50 schwarz gekleidete Männer marschierten am Aschermittwoch beim Fischzug wieder schweigend durch den Ort.
SCHMIDMÜHLEN. Bis ins 18. Jahrhundert reicht der Brauch zurück, den die Schmidmühlener Männer noch heute jährlich am Aschermittwoch pflegen – und der dem Markt auch weithin große Bekanntheit eingebracht hat: der Fischzug. Stolz sind sie auf ihre Tradition – und auch entsprechend selbstbewusst: „Wir haben den originalen Fischzug“, sagen sie, gerade auch mit Blick auf Fischzüge andernorts. Wenn Frauen mitlaufen, wenn auf der Straße gelacht oder wenn Schnaps getrunken wird, stößt ihnen das sauer auf. „Das ist alles im Original verboten“, erbosen sie sich.
Hans Rubenbauer zum 57. Mal dabei
Fast 50 Männer waren es wieder, die sich gestern einreihten. Eigentlich schon ein „Pflichttermin“ für einen Schmidmühlener – und nicht wenige sind natürlich immer wieder dabei. Sogar zum 57. Mal marschierte heuer Johann Rubenbauer mit, zum 51. Mal der langjährige Zeremonienmeister Ernst Wein.
Bevor der Zug sich „pünktlich um Oans“, wie es Tradition ist, vom Ochsenwirt in Bewegung setzte, belehrte Zeremonienmeister Thomas Wagner die Männer. Alle in Schwarz – mit schwarzer Krawatte oder Fliege, schwarzem Zylinder – und blütenweißem Hemd. Aufmerksam hörten sie zu, als Thomas Wagner ihnen die streng einzuhaltenden Regeln vortrug, bevor er jedem mit weißer Kreide einen Fisch auf den Rücken zeichnete – gleichsam als mahnendes Zeichen, dass nun die Fastenzeit beginnt.
Alle Wirtshäuser werden besucht
Nachdem jeder seinen Teilnahme-Obolus entrichtet und sich ins Teilnehmerbuch eingetragen hatte, ging’s los. Schweigend zogen sie wieder im Gänsemarsch durch die Straßen – immer auf der linken Straßenseite. Und streng ist die Marschordnung: Voran gingen die Laternenträger Josef Vogl und Christian Graf, dann folgten Faschingsprinz Bernd Fruth, Zeremonienmeister Thomas Wagner, 1. Bürgermeister Peter Braun, die Brot- und Fischmeister Michael Eckmeder und Markus Hummel sowie Kassenträger Klaus Schwarz und „Strafeneintreiber“ Florian Pirzer. Schließlich reihte sich das „Volk“ ein, und das „Schlusslicht“ des Fischzuges bildete Günther Bauer mit der Laterne.


