Amberg - Nachrichten 13.04.2012, 17:13 Uhr

Steine erzählen die Geschichte der Landschaft an der A6

Neue Sonderausstellung bietet eine geologische Entdeckungsreise von Nürnberg bis Waidhaus, entlang der „Via Carolina“.


        Geologin Dr. Angela Wirsing, Museumsmitarbeiterin Erika Haßler und Museumsleiter Michael Ritz (von links) haben bei den vielen Steinen die Qual der Wahl.

Geologin Dr. Angela Wirsing, Museumsmitarbeiterin Erika Haßler und Museumsleiter Michael Ritz (von links) haben bei den vielen Steinen die Qual der Wahl.

Von Michaela Fichtner

Theuern. Wo heute Berge, Kuppen und Täler die Region von Frankenalb bis Oberpfälzer Wald bestimmen, gab es vor gut 200 Millionen Jahren Wüsten, große Flüsse und ein tropisches Meer. Einen Blick in die Erdgeschichte, eine Ahnung davon, wie diese Landschaften entstanden sind, ermöglicht die neue Sonderausstellung „Am Straßenrand“ im Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern, die am Sonntag, 22. April, eröffnet wird.

Sie lädt ein zu geologischen Entdeckungen entlang der A6 zwischen Nürnberg und Waidhaus – „im besten Sinn auch ein Stück Heimatkunde“, wie es Museumsleiter Michael Ritz bei einer Vorabpräsentation mit Diplom-Geologin Dr. Angela Wirsing beschrieb, die diese besondere Ausstellung konzipiert hat.

Alles begann mit einer blauen Kiste voller Steine: Sie stammt aus dem Nachlass eines Geologen, der bei der Autobahndirektion Nordbayern beschäftigt war. Seine Kinder hatten diese Proben und Funde für wert erachtet, nicht einfach weggeworfen zu werden. Dr. Wirsing sah sich die Gesteine an, unter denen sie manch vielversprechende Stücke entdeckte. Und da die Fachfrau aus dem fränkischen Heroldsberg schon viele, viele Male auf der Autobahn von Nürnberg nach Theuern unterwegs gewesen ist, reifte Zug um Zug die Idee, die Landschaften entlang dieser Magistrale den Menschen durch die Brille des Geologen näher zu bringen.

Und es ist eine reichhaltige geologische Struktur, die sich entlang dieser rund 130 Kilometer bietet, beginnend in Nürnberg, der „Streusandbüchse“ des Heiligen Römischen Reiches, bis zu den Rosenquarzfelsen in Pleystein und der Silbergrube Waidhaus ganz im Osten. Die große Herausforderung für die „Ausstellungsmacherin“: Alle diese durchaus komplizierten Erscheinungen und Entwicklungen so darzustellen, dass es dem Wissen und Intellekt des Fachmannes genügt, den Laien aber nicht überfordert.


 

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