Amberg - Nachrichten 24.04.2012, 17:13 Uhr

Keine Ortsumfahrung, sondern A6-Zubringer

„IG-Ortsdurchfahrt entlasten – Natur erhalten“ diskutierte Prognosen zum künftigen Verkehr und deren Relevanz für den Ort.


        Die Notwendigkeit und die Trasse einer Westumfahrung bleiben umstritten. Foto: Archiv

Die Notwendigkeit und die Trasse einer Westumfahrung bleiben umstritten. Foto: Archiv

Kümmersbruck. Mit Sinn und Unsinn einer Westumfahrung befasste sich die „IG-Ortsdurchfahrt entlasten – Natur erhalten“ bei ihrer letzten Sitzung. Als Gast konnte die IG den Amberger Stadtrat Helmut Wilhelm begrüßen, der zu rechtlichen Fragen Stellung nahm. Er erklärte zunächst, dass zwar für den bisher planfestgestellten Trassenabschnitt nur die FFH-Prüfung nachgeholt werden müsse, für den geänderten Trassenabschnitt jedoch weitgehend alle planungsrechtlichen Schritte erforderlich seien infolge der wesentlich erhöhten Verkehrsbelastung der Werner-von-Siemens-Straße. Deshalb werde es eine neue Auslegung und ein neues Einwendungsverfahren mit Erörterungstermin geben.

Ob der von Bürgermeister Gaßner angedachte Zeitplan von „einem halben bis dreiviertel Jahr für das geänderte Verfahren“ realistisch ist, wage er aber zu bezweifeln. Darüber hinaus erläuterte er noch einmal den Amberger Stadtratsbeschluss, der, entgegen früherer Stellungnahmen, nun eine Einleitung des gesamten Verkehrs der Westumfahrung in die Werner-von-Siemens-Straße befürwortet hat. Wilhelm selbst könne für diesen Sinneswandel keine Erklärung finden, vermute aber, dass die Entscheidung politisch begründet sei.

Diese Einschätzung wurde von Heiner Kapperer geteilt. Er könne sich weder den Sinneswandel der Stadt Amberg noch den der Regierung erklären, die plötzlich keine Rückführung der Umgehung auf die Vilstalstraße mehr verlange. Er vertrat die Meinung, dass damit der Tatbestand einer Ortsumfahrung nicht mehr erfüllt sei, und dass es sich bei der geplanten Straße vielmehr um einen Autobahnzubringer zur A6 handeln werde. „Die Ortsumgehung ist nur Nebeneffekt, und dafür sei die Gemeinde nicht berechtigt, fünf Millionen auszugeben,“ so seine Überzeugung.


 

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