Amberg - Nachrichten 01.05.2012, 17:13 Uhr

Kreishaushalt wurde verabschiedet

Steigende Jugendhilfekosten machen Sorgen, der stabile Kreisumlagesatz wird einhellig als sehr positiv und wichtig beurteilt.


        Als einziger Landkreis in der Oberpfalz kann Amberg-Sulzbach die Kreisumlage stabil halten.

Als einziger Landkreis in der Oberpfalz kann Amberg-Sulzbach die Kreisumlage stabil halten.

LANDKREIS. Mit einer Gegenstimme ist der Kreishaushalt 2012 mit einem Volumen von 85,559 Millionen Euro mit Haushaltssatzung und Haushaltsplan sowie Investitionsprogramm und Finanzplan 2011 bis 2015 am Montag vom Kreistag angenommen und beschlossen worden. Stefan Lindenberger von den Grünen verweigerte dem vorgelegten Haushalt seine Zustimmung.

Ihm ging der erarbeitete Schuldenabbau nicht weit genug. „Wenn nicht jetzt, wann dann“ solle man den Konjunkturaufschwung zum Schuldenabbau nutzen. Mittel dazu müsse sein, die Kreisumlage um einen halben Prozentpunkt zu erhöhen, sagte er. Zuvor hatte der Grünen-Fraktionssprecher Bernhard Krieger noch die Zustimmung zum Haushaltsplan signalisiert.

Investitionen für die Bürger

Nachdem Kreiskämmerer Anton Weber noch einmal die Eckdaten des Haushalts vorgetragen hatte (MZ berichtete bereits ausführlich), bezogen Landrat Richard Reisinger und die Fraktionen Stellung. „Die Zeit ist momentan günstig, Schulden abzubauen, zu sparen und den Haushalt zu konsolidieren“, so Reisinger. Zu den Sparmaßnahmen gehöre auch, freiwillige Leistungen genau unter die Lupe zu nehmen. „Es ist brutal und schmerzlich, aber gerecht, viele Projekte im sozialen Bereich ablehnen zu müssen. Diese finden aber ihren Niederschlag im Sozialhaushalt.“

Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Peter Dotzler, sprach von einem Haushalt, der trotz Investitionen von 2,9 Millionen Euro für das St- Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg den Mindestanforderungen gerecht werde. „Kreisstraßenbau für 3,5 Millionen Euro, Ausbau der Wertstoffhöfe, energetische Sanierung – das sind Investitionen, die der Bürger sieht“, rechtfertigte Dotzler die Posten.

Kritisch beobachtet werden von den Fraktionen die stetig steigenden Jugendhilfekosten von jährlich rund 1,5 Millionen Euro. „Wo soll das noch hinführen“, fragte sich Dotzler und hakte nach, ob der Landkreis die Eltern ersetzen oder gesellschaftliche Probleme lösen solle. „Die von der CSU geplante Elternzeit ist nicht die schlechteste Idee.“ Er signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion für den „harmonischen Haushalt 2012“.


 

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