Gefragte Anlaufstelle bei Problemen mit Kindern
Frauen ohne Nachwuchs leiden oft unter unerfülltem Kinderwunsch. In diesem Fall berät Donum Vitae mit dem Projekt „Sara“.
Die Mitarbeiter Hilde Forst und Stephanie Bogner sprechen über Neuerungen sowie Beratungen und Projekte aus dem Jahr 2011
Amberg. „Sara“ ist seit 2009 ein Projekt unter dem Dach von Donum Vitae. In der Schenkelstraße 4 ist die Schwangerenberatungsstelle angesiedelt. Dort gibt es auch ganz neu einen offenen Treff. Jeden ersten Mittwoch im Monat kommen Frauen oder Paare, die sich sehnlichst ein Kind wünschen. Hilde Forst, Leiterin der Schwangerenberatung, sagte, der offene Treff sei eine lockere Gesprächsrunde. Am kommenden Mittwoch laute das Thema „Alle sind schwanger, außer mir.“
Forst erzählte, dass es den Frauen besonders schwer fiele, immer wieder auf ein Kind angesprochen zu werden. „Wann kommt den bei euch Nachwuchs“, seien die gängigen Nachfragen aus der Familie, dem Freundes- und auch dem Bekanntenkreis.
Donum Vitae ist immer eine Anlaufstelle bei Problemen rund um Kinder. Beratungsspektrum sind Kinderwunsch, Sexualaufklärung, Schwangerschaftsabbrüche, Schwangerschaft bis nach der Geburt des Kindes oder, wenn ein behindertes Kind erwartet wird. Im Jahr 2011 wandten sich 1134 Menschen an die Beratungsstelle. Forst sowie die Sozialpädagoginnen Stephanie Bogner und Cornelia Rubenbauer-Pickel legten nun den Tätigkeitsbericht 2011 vor. Zahlen und durchgeführte Projekte, hinter denen sich oft Schicksale und Menschen in Extremsituationen verbergen.
Die unter dem „Moses-Projekt“ beraten Frauen befinden sich in solch einer Extremsituation. Sie müssen ihr Kind anonym zur Welt bringen. Wegen Anonymität aber bewegt sich Donum Vitae in der gesetzlichen Grauzone. Derzeit wird in Berlin über eine Gesetzesänderung debattiert. Es gehe um die Vertraulichkeit und darum, dass per Gesetz entschieden werden soll, den Namen der Mutter zu hinterlegen.
Wo und wie lange dies sein soll, ist noch unbekannt. Donum Vitae ist für eine Gesetzesregelung, aber mit Ausnahmemöglichkeiten. „Wenn eine Mutter aus dem islamischen Bereich Todesangst vor der Familie hat, ist das eine Extremsituation, weswegen dauerhafte Anonymität gewährleistet sein muss“, unterstrich Forst. Kommende Woche wird von Amberg aus ein Brief an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder gehen, damit solche Ausnahmen im Gesetz berücksichtigt werden. An dieser Stelle richtete Forst ein großes Lob an die maßgeblichen Stellen in Amberg: „Wir haben hier eine gute Situation, in anderen Städten trauen sich Krankenhäuser und Jugendämter nicht, mitzumachen.“

