Amberg - Nachrichten 18.06.2012, 14:31 Uhr

Ohne Öffentlichkeit getagt

Nach einem Antrag bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung fand die Aussprache hinter verschlossenen Türen statt.

Vorsitzender Armin Nentwig (vorn links) war vom Votum, die Öffentlichkeit auszuschließen, nicht begeistert. Foto: ack

Vorsitzender Armin Nentwig (vorn links) war vom Votum, die Öffentlichkeit auszuschließen, nicht begeistert. Foto: ack

Von Helmut R. Scheuck

Amberg. Seit Jahren rumort es im Bundesverband „Schädel-Hirnpatienten in Not“. Aufgrund eines Antrages hatte der Vorstand zu einer Außerordentlichen Versammlung nach Amberg in den Saal der Stadtwerke geladen. Vorsitzender Armin Nentwig wollte die Differenzen endlich klären.

Zur Versammlung konnte er Mitglieder begrüßen, die zum Teil bis aus dem Norden gekommen waren. Dann legte er seinen Rechenschaftsbericht ab und zeigte auf, wie viele Veranstaltungen der Vorstand und die Landesverbände im vergangenen Jahr angeboten hatten. Ein Anliegen sei dem Verein auch die Jugendarbeit gewesen.

Auch ein neuer Leitfaden sei aufgelegt worden und würde demnächst verteilt. In vielerlei Hinsicht könnte man zahlreiche gute und gefragte Aktivitäten nachweisen, betonte Nentwig. Sechs neue Regionalgruppen seien zudem gegründet worden. Der Mitgliederstand ist in etwa konstant geblieben, was Armin Nentwig als eine Bestätigung des Vorstandes ansah.

Der Vorsitzende bedauerte nach eigenem Bekunden, dass keiner der „Gegner“ trotz termingerechter Einladung anwesend war. Danach oblag es dem Versammlungsleiter, die Aussprachen zu verschiedenen Anträgen zu koordinieren. Somit schien alles Routine – bis zum ersten Antrag, der zum Inhalt hatte, unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu tagen. Die Mehrheit stimmte dem zu und somit endete hier der öffentliche Part der Veranstaltung.

Bleibt noch zu sagen, dass die Antragsteller unisono nicht die Presseberichterstattung früherer Veranstaltungen als Grund des Antrages ansahen, vielmehr war es deren Ziel, so die Aussagen, Patientenrechte zu schützen und andererseits ohne die Öffentlichkeit eine freiere Aussprache durchführen zu können. Nentwig war von diesem Ergebnis enttäuscht – er meinte, man habe nicht zu verbergen und wolle auch nicht einen solchen Eindruck erwecken. Letztendlich musste er sich aber dem Mehrheitsvotum beugen und der Rest der Veranstaltung fand für die Öffentlichkeit hinter verschlossenen Türen statt.

 

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