Wie Wirte in Cham das Rauchverbot umgehen
Clubmitglied Gerhard Spichtinger vor dem Energy Pils-Pub
Nicht mal zwei Wochen ist das Gesundheitsschutzgesetz in Kraft, und schon haben einige Wirte eine Lösung gefunden, wie in ihrem Lokal weiterhin geraucht werden kann. So auch der Besitzer des Energy Pils-Pubs in Cham, Jörg Süpfle. Er ist der erste Wirt in Cham, der einen so genannten Raucherclub gegründet hat.
Da der Club nicht öffentlich zugänglich ist, und nur Mitglieder in den Pils-Pub dürfen, ist hier das Rauchen weiterhin gestattet. „Wir führen eine Mitgliederliste und kontrollieren die Ausweise. Es kam auch schon vor, dass Gäste ohne Clubausweis gehen mussten.“, sagt Süpfle. „Das erste Getränk wird erst ausgeschenkt, wenn die Gäste eine Mitgliedsausweis haben und in die Liste eingetragen sind“, erklärt der Club-Inhaber.
Landratsamt sieht Entwicklung kritisch
Oberregierungsrat Norbert Wittmann, Leiter der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt, sieht diese Entwicklung kritisch. „Ein Raucherclub muss zwar nicht ins Vereinsregister eingetragen sein aber trotzdem ist es ist nicht damit getan, ein Schild vor die Tür zu hängen. Ein Club muss eine innere Struktur haben, die Geschäftsleitung und Adresse des Lokals müssen bekannt sein und außerdem müssen die Mitglieder Beiträge zahlen“, erklärt Wittmann.
Der Raucherclub des Energy Pubs hat derzeit über 70 Mitglieder und diese müssen im Jahr einen Mitgliedsbeitrag von drei Euro zahlen. Vorgeschrieben ist auch eine Einlasskontrolle, damit Laufkundschaft keinen Zugang hat. Denn sobald Nichtmitglieder im Club sind, ist das Lokal öffentlich zugänglich, und dann gilt das Nichtraucherschutzgesetz. Bei Verstößen sind dann der Wirt und der Raucher dran.
Warten auf die ersten Anzeigen
Bis jetzt werden die Lokale noch nicht kontrolliert, doch Norbert Wittmann ist sich sicher, dass es bei Verstößen bald Anzeigen von Nichtrauchern und anderen Wirten, die sich an das Gesundheitsschutzgesetz halten, geben wird und diese müssten dann natürlich verfolgt werden.



