Cham - Nachrichten 08.01.2009, 17:54 Uhr

Rauchverbot hat voll eingeschlagen

Der Autojackpot ist nur ein „Zuckerl“, auf das Spielbankdirektor Klaus Schleicher 2009 setzt.

Der Autojackpot ist nur ein „Zuckerl“, auf das Spielbankdirektor Klaus Schleicher 2009 setzt.

Der „Glückstempel der Kurstadt“ ist per Nichtraucherschutzgesetz zum 1.Januar 2008 „rauchfrei“ geworden. „Wir haben durch das Nichtraucherschutzgesetz viele Stammgäste verloren“, sagt Spielbankdirektor Klaus Schleicher in seiner Jahresbilanz im Gespräch mit der Kötztinger Umschau.

Obwohl die staatliche Spielbank mit ihrer supermodernen Quellbelüftungsanlage auch bei vielen Rauchern für saubere Luft sorgen kann, sodass sich nie ein Nichtraucher belästigt fühlte, kam das Gesetz auch hier zur Anwendung. „Viele Gäste sind deshalb in die fünf tschechischen Casinos bei Furth im Wald abgewandert, wo geraucht werden darf“, weiß Klaus Schleicher aus Gesprächen.

Der Rückgang des Bruttospielertrages und der Besucherzahlen wirkte sich deshalb in Bad Kötzting deutlich stärker aus, als in den übrigen acht Spielbanken unter staatlicher Führung. Eine Verbesserung ist zwar in Sicht, wenn voraussichtlich Ende Januar die mit hohem Aufwand angegliederten, überdachten „Raucherbalkone“ in Betrieb gehen können, aber ein Anknüpfen an frühere Erfolge wäre nach Überzeugung von Schleicher nur durch eine Lockerung des Rauchverbotes per Gesetz möglich.

Immerhin müssen die Staatlichen Spielbanken in Bayern mit Vorgaben leben, die den Konkurrenten im grenznahen Tschechien nur ein müdes Lächeln abringen. Von der Kleiderordnung über das teilweise Werbeverbot bis hin zum Rauchverbot – viele gesetzliche Sanktionen erschweren den Betrieb. Der Zusatz „Spielen kann süchtig machen“, rückt den Casino-Besuch in ein Licht, das Gefahr signalisiert. Dabei sei der Spielerschutz schon immer ein wichtiges Thema in Bayerns Spielbanken gewesen, sagt Klaus Schleicher. Wer Anzeichen von Spielsucht zeigte, oder gar „Haus und Hof“ zu verlieren drohte, wurde sehr früh gesperrt, wenn er nicht selbst zur Einsicht kam.

„Wir würden es natürlich sehr begrüßen, wenn bei der Spielbank ein Hotel gebaut würde“, gibt Klaus Schleicher auch die Ansicht der Staatlichen Lotterieverwaltung an uns weiter. Ein Hotel der gehobenen Kategorie wäre eine ideale Ergänzung des eigenen Angebotes.

Den Einschränkungen im eigenen Betrieb steht auch die Eröffnung neuer Spielhallen mit teilweise 23 Stunden Öffnungszeit gegenüber, die als „Raucherclubs“ ausgewiesen werden, sodass dort auch geraucht werden darf, obwohl häufig die notwendige Zugangskontrolle unterbleibt. Deutlich sind die Zunahmen außerdem bei Internetspielen, Pokerturnieren, etc.

Stärken hat die Spielbank Bad Kötzting in großen Veranstaltungen wie der „Nacht der 1000 Kerzen“, dem großen Sommerfest, bei der großen Nikolaus-Tombola oder in verschiedenen Kulturevents. „Wir wollen natürlich auch für die Stadt Bad Kötzting und ihre Bürger etwas bieten“, begründet Klaus Schleicher diese Aktivitäten, die heuer am 25. Januar mit der Ausstellung „Blickwinkel-Schönheit“ der Osterhofener Malerin Marina Heindl beginnen werden.

 

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