Cham - Nachrichten 22.10.2009, 19:29 Uhr

„Pharmakrieg“ sorgt in Spezialklinik Neukirchen b. Hl. Blut für Aufregung

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Ein Kind vor der Behandlung und nach Anwendung des Behandlungskonzeptes gegen Neurodermitis in der Spezialklinik Neukirchen

Ein Kind vor der Behandlung und nach Anwendung des Behandlungskonzeptes gegen Neurodermitis in der Spezialklinik Neukirchen

Neukirchen b. Hl. Blut. Am Montagabend zeigte die ARD die Dokumentation „Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“. Darin geht es um die Mediziner Karsten Klingelhöller und Thomas Hein, deren in klinischen Studien getestete Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte von Pharmafirmen nicht vermarktet wird, obwohl sie weniger Nebenwirkungen hat als vergleichbare Mittel und billiger ist.

Einige Szenen für die Dokumentation wurden in der Spezialklinik Neukirchen gedreht. „Im Frühling war ein Team hier und hat besonders schwere Neurodermitis-Fälle bei Säuglingen gefilmt“, berichtet Klinikleiter Dr. John Ionescu. „Im Beitrag wurde auch erwähnt, dass wir hier ganz ohne Kortisonsalben oder Immunsuppressiva arbeiten.“ Das habe weitere Fernsehsender auf den Plan gerufen, von denen Dr. Ionescu jetzt Anfragen bekommt.

Ausgelöst durch den Fernsehbericht hat sich mit der schweizerischen Mavena Health Care AG offenbar auch ein Vertriebspartner für die Neurodermitis-Salbe „Regividerm“ gefunden. Ab November soll sie in Apotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich sein.

Hauptwirkstoff von „Regividerm“ ist Vitamin B12. Es blockiert die Stickstoffradikale, reduziert die Entzündung und führt so zu einer Beruhigung der Haut. „Wir verwenden hier in der Klinik schon seit Ende der 1980er-Jahre Vitamin-B-Cremes, die auch Vitamin B 12 enthalten“, sagt Dr. Ionescu. „Zusätzlich enthalten unsere Cremes aber noch antimikrobielle Komponenten, die Infekte bekämpfen, und zusätzliche Radikalfänger, sogenannte Antioxidantien, die auch Sauerstoffradikale blockieren.“

Salbe bekämpft nur die Symptome

Die in der Dokumentation vorgestellte Salbe bewirke eine Linderung der Neurodermitis-Symptome. Dabei sei sie im Gegensatz zu Kortisoncremes oder Immunsuppressiva sehr nebenwirkungsarm. „Kortison verdünnt die Haut und kann zu Wassereinlagerungen im Gewebe, sogenannten Ödemen, führen“, erläutert Dr. Ionescu. „Die neue Salbe eignet sich also als Symptommittel – mit Vitamin B 12 allein bekomme ich ein komplexes Neurodermitis-Bild aber nicht weg.“

 

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