Ein Experiment der Superlative
Wettzeller Teleskop ist beteiligt. Sonderbeobachtung zum Internationalen Jahr der Astronomie – Vortrag „Geheimnisvolle Quasare“ am Mittwoch
Das 20 Meter Radioteleskop wird Teil eines faszinierenden Netzwerks für radioastrometrische Messungen.Foto: kan
bad kötzting/wettzell. Es ist ein Experiment, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Im Rahmen des International Year of Astronomy 2009 der International Astronomical Union (IAU) nehmen 35 Radioteleskope weltweit, darunter auch Wettzell, an einer 24-stündigen Messung für Radioastrometrie teil, heißt es in einer Pressemitteilung des International VLBI Service for Geodesy and Astrometry (IVS).
Bei diesem Experiment werden die Mikrowellensignale von 243 Quasaren, also von Milliarden Lichtjahren entfernten, interstellaren Radioquellen aufgezeichnet. Die stabilsten unter ihnen bilden ein von der IAU festgelegtes Netzwerk raumfester Vermessungspunkte in der Astronomie, auch International Celestial Reference Frame (ICRF2) genannt. Bei dem am Mittwochabend beginnenden Experiment handelt es sich, bezogen auf die Anzahl der teilnehmenden Teleskope und der genutzten Quasare, um das bislang größte seiner Art.
Deshalb wurde vom IVS auch die Einbeziehung der Öffentlichkeit durch Aktionen rund um die Teleskope angeregt, um Wissenschaft mit offenen Türen zu präsentieren. In Wettzell wird diese Aktion vom Förderverein Geodätisches Informationszentrum Wettzell e.V. (GIZ) begleitet.
Schwarze Löcher als Antrieb?
Quasare sind interstellare Objekte im Zentrum einer Galaxie, die typischerweise heller als eine Milliarde Sonnen leuchten. Wissenschaftler vermuten, dass sie von riesigen Schwarzen Löchern angetrieben werden, die durch ihre hohe Gravitationswirkung Gase anziehen.
Diese werden komprimiert und dadurch auf mehrere Millionen Grad aufgeheizt. Dadurch wird intensives Licht und Energie abgestrahlt. Durch die Entfernung der Quasare von über einer Milliarde Lichtjahren erscheinen sie auf der Erde als Fixpunkte und bilden so ideale Ziele, um als präzise und stabile Fundamentalpunkte für den Referenzrahmen der Astronomie zu dienen.



