Cham 20.02.2012, 18:05 Uhr

Wohin mit bis zu 60 Asylbewerbern?

Regierung der Oberpfalz bekundet Interesse an Unterbringung im Hotel am Schlosspark in Falkenstein.

Falkenstein. Die Regierung der Oberpfalz stehe in Verhandlungen mit dem Eigentümer des Hotels am Schlosspark, darüber, ob dort in Gemeinschaftsunterkunft bis zu 60 Asylbewerber untergebracht werden könnten. Das bestätigt Pressesprecher Joseph Karl, Regierung der Oberpfalz. Über den Sachverhalt habe die Regierung Bürgermeister Thomas Dengler informiert, der seinerseits die Mitglieder des Gemeinderates bei der jüngste Sitzung in Kenntnis gesetzt habe.

Der Eigentümer des Hotels am Schlosspark teilt auf Echo-Nachfrage mit, dass die Regierung auf ihn zugekommen sei. Ihm liege aber nicht daran, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Er lasse sich die Sache eingehend durch den Kopf gehen. Richtig verhandelt worden sei bisher nicht.

Bürgermeister Thomas Dengler sagt, mit dem Eigentümer des Hotels am Schlosspark, Rodinger Straße, sprechen zu wollen, um den „aktuellen Stand“ zu erfahren. Sollten einmal Asylbewerber in die Marktgemeinde kommen, werde alles getan, um diese zu integrieren. Ihm als Bürgermeister gehe es darum, die mögliche Aufnahme von Asylbewerbern in der Gemeinde nicht unter der Decke zu halten. Es gehe ihm darum, offen zu sein und Transparenz zu zeigen.

So sieht es auch Joseph Karl von der Regierung der Oberpfalz. Das Asylrecht sei im Grundgesetz verankert. Im vorigen Jahr, sagt Karl, seien in der Oberpfalz 529 Asylbewerber aufgenommen worden, die meisten davon aus dem Irak (125). Zehn bis zwölf Prozent der Asylbewerber, die in Bayern ankommen, müssten auf Unterkünfte in der Oberpfalz verteilt werden. Erstaufnahmestelle neben München sei Zirndorf bei Nürnberg. Die meisten Asylbewerberin der Oberpfalz–über 7000–seien in den Jahren 1994/1995 untergebracht worden, in den Folgejahren nach und nach immer weniger.

Nach wie vor sei es aber Aufgabe der Regierung der Oberpfalz als Verwaltungsbehörde oberpfalzweit nach möglichen Unterkünften Ausschau zu halten. Derzeit stünden sechs Objekte auf der Liste, eines davon sei in Falkenstein. Mit der denkbaren Unterkunft in Falkenstein sei allerdings noch keinerlei Vertrag zustande gekommen. Nicht bekannt sei, aus welchen Herkunftsländern Asylbewerber für Falkenstein kommen würden.

Karl ist bewusst, dass es gegen Asylbewerber nach wie vor auch Ablehnung gebe. Gegen Vorurteile sei niemand gefeit. Aber, sagt Joseph Karl, man sollte eines stets im Kopf behalten: „Wenn sich Asylbewerber wie Gäste und Einheimische als Gastgeber verhalten, dann funktioniert‘s auch.“


 

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