Cham 04.04.2012, 17:49 Uhr

Lamer Handwerker soll zehn Jahre ins Gefängnis

Nach dem Plädoyer des Anklägers will das Gericht die Bluttat jedoch erneut rekonstruieren lassen.

Regensburg/Lam . Für einen Messerstich in den Bauch eines Hauseigentümers soll der Handwerker Ludwig K. (59, Name geändert) aus Lam für zehn Jahre hinter Gitter – wenn es nach dem Willen des Staatsanwalts geht. In seinem Plädoyer vor dem Schwurgericht in Regensburg forderte der Anklagevertreter am Mittwoch für den Mann eine zweistellige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Mordes. Der Bluttat war ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit zwischen den neuen und den früheren Eigentümern eines Lamer Zweifamilienhauses vorausgegangen, die noch ein Wohnrecht in der Immobilie hatten.

Die Eltern des Angeklagten hatten ihr Haus 1981 dem jüngeren Bruder des 59-Jährigen übertragen. Dass der Junior das Anwesen jedoch zehn Jahre später an das Ehepaar P. aus Norddeutschland verkaufte und auszog, sei vor allem für die Mutter „eine Tragödie“ gewesen, skizzierte der Staatsanwalt die Vorgeschichte. Sie fühlte sich mit ihrem lebenslangen Wohnrecht nur noch geduldet in ihrem früheren Eigenheim. Es kam zu gegenseitigen Anfeindungen, ja Schikanen.

Als Ludwig K. arbeitslos wurde und wieder bei den Eltern einzog, sei der an sich friedfertige und ruhige Mann schuldlos zwischen die längst verhärteten Fronten der beiden Parteien geraten und wohl mit der Situation überfordert gewesen, so der Staatsanwalt.

Streit um Schlüssel

Nach dem Tod der Mutter 2011 kam es auch zum Streit zwischen ihm und den Hauseigentümern um Schlüssel zu zwei Räumen, die der Angeklagte nur gegen Erstattung der Kosten für einen von ihm installierten Heizkörper herausgeben wollte. Als der Eigentümer im August 2011 dann im Beisein seiner Frau das Schloss mit einem Dietrich öffnete, kam es zur Tat.

„Der Angeklagte ging mit dem in unauffälliger Position gehaltenen Messer auf das Opfer los und stach ihm sofort in den Unterbauch“, so der Staatsanwalt. Der 74-jährige Hauseigentümer und seine Frau seien arg- und wehrlos gewesen. Der Täter habe heimtückisch und mit bedingtem Tötungsvorsatz gehandelt. „Er nahm billigend in Kauf, dass der Messerstich tödliche Folgen haben könnte.“ Der Darm des Mannes wurde verletzt, er musste notoperiert werden.

 

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