Cham 26.04.2012, 21:27 Uhr

Mammutsitzung zur Zukunft der Windkraft

160 Lokalpolitiker aus zehn Gemeinden kommen im Juli zu einem außergewöhnlichen Termin zusammen.


        Was den Widerstand gegen mögliche Windräder betrifft, bleibt beispielsweise Rodings Bürgermeister Franz Reichold gelassen: Das störe nur die jetzige Generation, die nächste nehme es als gegeben hin.

Was den Widerstand gegen mögliche Windräder betrifft, bleibt beispielsweise Rodings Bürgermeister Franz Reichold gelassen: Das störe nur die jetzige Generation, die nächste nehme es als gegeben hin.

Von Martin Hladik

Landkreis. Eine außergewöhnliche Veranstaltung erwartet den westlichen Landkreis im Juli. 160 Gemeinderäte aus zehn Gemeinden des Landkreises Cham und des Landkreises Regensburg werden sich in Wörth treffen, um gemeinsam einen Beschluss zur Windkraft zu treffen: nämlich die öffentliche Auslegung eines Teilflächennutzungsplans für die Windkraft. Der Entwurf gilt dann für alle zehn Gemeinden und überschreitet Gemeinde- und Landkreisgrenzen.

„Das soll ein Paukenschlag für alle werden. Jeder soll zum gleichen Zeitpunkt den gleichen Wissensstand haben.“ So stellt sich der Falkensteiner Bürgermeister Thomas Dengler die Bekanntgabe der Konzentrationsflächen für Windkraft im Bereich des westlichen Landkreises vor. Die Bekanntgabe der Standorte soll nicht nur die Faktenlage für die sicher noch anstehende Diskussion um die Windkraftanlagen auf das gleiche Niveau bringen, sondern auch mit der Bekanntgabe der Vorrangflächen für Windenergie den Startpunkt für mögliche Investoren setzen. Allerdings haben Investoren mit kommunalen Beteiligungen durch ihr Vorwissen trotzdem einen Startvorteil.

Bürger sind zweifach gefragt

Das sei durchaus gewünscht, erklärt Landrat Franz Löffler. Zum einen sei es eine in der Verfassung vorgeschriebene Aufgabe der Gemeinde, ihre Bürger mit Energie zu versorgen, zum anderen sei es von Beginn an erklärte Absicht, die kommunale Wertschöpfung zu erreichen und die Bürger zu beteiligen. Sobald die möglichen Standorte bekannt sind, sei der Bürger zweifach gefragt, erklärte Löffler: Einmal im Verfahren der Auslegung, um Einwände und Verbesserungen geltend zu machen und andererseits im wirtschaftlichen Wettbewerb, um sich als Akteur auch an einer Bürgerwindanlage zu beteiligen.

Etwas weiter als im westlichen Landkreis ist die Arbeitsgemeinschaft aus sechs Gemeinden im Altlandkreis Waldmünchen. Dort haben alle Gremien bereits den Aufstellungsbeschluss gefasst: Also ganz formal erklärt, dass sie einen Teilflächennutzungsplan für die Windenergie aufstellen wollen. Bis zum Juni, also einen Monat früher als im westlichen Landkreis, soll die öffentliche Auslegung des Flächennutzungsplans beginnen. Auch hier werden 100 bis 120 Gemeinde-, Markt- und Stadträte gemeinsam den Beschluss fassen.


 

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