Cham 27.04.2012, 19:21 Uhr

Freunde betrauerten Stephan Heigl

Der in Cham geborene Künstler erhielt anrührende Nachrufe bei seinem Trauergottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef.


        Stephan Heigl alias Stevie Casino – durch seine Kunst bleibt er in Erinnerung.

Stephan Heigl alias Stevie Casino – durch seine Kunst bleibt er in Erinnerung.

CHAM. Das Wort „unbegreiflich“ fand sich in jeder Trauerrede an dem Freitag, als Stephan Heigl zu Grabe getragen wurde. Kein Wunder. Es gehört sicherlich zu den unbegreiflichen Dingen im Leben, dass gerade er, mit seinem ansteckenden Lachen, mit so viel Musik im Blut und dem unglaublichen Licht in seinen Bildern, an den Folgen einer Depression sterben musste. Kurz nach seinem 46. Geburtstag.

Pfarrer Kazimierz Pajor erklärte in seiner Predigt, Jesus habe auch zugelassen, dass sein Freund Lazarus starb. Und geweint. Dies sei das Verhalten des Gottes, der mit uns leide. Die Frage nach dem „Warum?“ bleibe unbeantwortet. Wen – wie Stephan Heigl – der Tod rufe, für den gebe es kein Entkommen. Gott verhindere nicht den Tod, aber er habe ewiges Leben vorbereitet ohne Schmerz. Das suche man auf Erden vergebens. „Wir erbitten es aber für Stephan Heigl“, so Pfarrer Pajor.

Direktor Franz Lenhard vom Gymnasium Waldkirchen berichtete von Heigls letzter Ausstellung: „Er sagte: Wer fotografiert wird, lebt länger. Und wer fotografiert, lebt in seinen Werken. Stephan Heigl ist tot, aber er lebt im Sinne seiner Worte weiter.“ Seinen „Freund Stevie“ ehrte Dozent Gerd Decker. Es gebe keine Erklärung für dessen Tod. „Ob wir etwas versäumt haben, um Stevies Tod zu verhindern? – Ich glaube nicht, dass es in seinem Sinne wäre, wenn wir uns diese Frage stellen. Wir müssen es akzeptieren. Und im Herzen bleibt er ein wunderbarer Freund.“ Anton Kirchmair widmete seinem Freund einen Song über den Tod. „Heute ist’s an mir, morgen an Dir. Kein Kräutlein auf Erden ist gewachsen dafür...“ Dieter Geier, Direktor des Kunstvereins „Wolfsstein“ in Freyung, bezeichnete Heigl als Glücksfall. Er habe seine Begabung in die Dienste des Vereins gestellt. Er habe selbst eine Nichte so früh verloren und zitiere als Erklärung einen Mediziner, der gesagt habe: Wann werden die Menschen in Europa begreifen, dass Depression eine genauso schwere Krankheit ist wie Krebs? Da frage aber keiner, warum einer gestorben sei. „Lichtbilder“ habe Heigl seine Werke genannt. Das bekomme nun eine ganz neue Bedeutung. Nach der Messe pilgerten viele Schüler, Lehrer und Freunde zum Grab und legten Blumen und Kränze nieder.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo