Biomasseheizkraftwerk geht in Normalbetrieb
Wer jetzt Probleme mit dem Kraftwerk hat, darf anrufen und sich beschweren.
Vorher gab’s Probleme mit Qualm. Jetzt ist nicht mal eine Rauchfahne zu sehen.
Cham. Es war ein etwas großspuriges Versprechen, das Thomas Zweier den Nachbarn des Biomasseheizkraftwerks vor wenigen Tagen gab. „Ab 1. Juni ist alles in Ordnung. Wenn es dann noch Probleme gibt, darf angerufen werden“, hatte der Ingenieur bei der Besichtigung des Biomasseheizkraftwerks verlauten lassen. Nach sechs Monaten „Warmlaufphase“ für das 18-Millionen-Euro-Projekt muss es auch langsam nach Plan funktionieren, denn ab sofort schaut die Genehmigungsbehörde, die Regierung der Oberpfalz, genau hin, was laut Genehmigungsbescheid erlaubt ist und was nicht.
Nicht geplant, aber vom Start an ein lästiger Begleiter des Probebetriebs war erheblicher Qualm, Gestank, dazu viel Lärm, Zischen und Pfeifen, teils mitten in der Nacht. Das hatte zahlreiche Nachbarn auf den Plan gerufen.
Qualm weg – Geruch geblieben
So hatten sich Rosmarie und Fritz Gründer, die am Sonnenhang wohnen, über die massiven Belästigungen beschwert und auch beklagt, dass zu wenig informiert werde. Mittlerweile sei es deutlich besser geworden, so Fritz Gründer gestern im Gespräch mit dem Bayerwald-Echo. Vor drei oder vier Tagen habe es noch einmal gezischt, davor die Tage einmal ordentlich gequalmt – aber sonst sei es besser geworden. „Der Geruch ist nach wie vor da“, sagt Gründer, der Qualm sei weg. Was sich nicht geändert hat, ist nach Meinung von Fritz Gründer die Informationsbereitschaft der Firma Naturenergie Cham, der Betreibergesellschaft des Kraftwerks. Bis heute habe keiner mit ihnen gesprochen. Es habe eine Einladung zur Besichtigung des Kraftwerks gegeben. Darauf hätten er und seine Frau verzichtet, da es doch mehr um die Show gegangen sei und weniger darum, zu informieren: „Den Besuchern kann man vieles erzählen“, so Gründer skeptisch. So habe man einen Sattelzug zur Besichtigung vor das Kraftwerk gestellt, um zu zeigen, womit die Hackschnitzel angeliefert würden. Das stimme aber so gar nicht. Es sei ja auch nicht so, dass Holzhackschnitzel erster Güte, sondern aus Landschaftspflegeholz vom Straßenrand verbrannt werde. Er frage sich auch, warum immer mal wieder auf Erdöl oder -gas umgeschaltet werde, wie er dem Weg des Rauchs aus den verschiedenen Kaminen entnehme. Vielleicht sei dies auch nur, um Normalität vorzugaukeln. Dass es am Ende der Besichtigungstour Käse gegeben habe, habe er sich im Vorhinein so gedacht, sagt Fritz Gründer.

