Cham 26.08.2012, 18:10 Uhr

20.000 Besucher beim Rosstag

Herrliche Gespanne und zünftige Musik bot der große Rosserer-Festzug in Bad Kötzting unter dem Motto „Landwirtschaft und Handwerk von einst“. Rund 440Pferde sowie 150 Wagen und landwirtschaftliche Arbeitsgeräte waren aufgeboten.

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Lindnerbräu Heinz Kolbeck und Michael Rankl bildeten mit einem Zehnerzug Noriker den Abschluss.

Lindnerbräu Heinz Kolbeck und Michael Rankl bildeten mit einem Zehnerzug Noriker den Abschluss.

Von Alois Dachs und Stefan Weber

BAD KÖTZTING. Einen Rosstag „wie aus dem Bilderbuch“ gestalteten die Kaltblut- und Haflingerzüchter am Samstag und Sonntag mit einem farbenprächtigen Festzug, an dem als Ehrengast auch der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner mitwirkte. Rund 20.000 Besucher – so die Schätzung der Polizei – erlebten „Nostalgie pur“, als mehrere Hundert Pferde der unterschiedlichsten Rassen unter dem Sattel, oder in verschiedensten Anspannungen zeigten, wofür sie ursprünglich in der Landwirtschaft gebraucht wurden – als hoch leistungsfähige Arbeitstiere.

Höhepunkt des Festzuges war der Zehnerzug mit Norikern vor dem Schanzwagen, die der Lindnerbräu und Michael Rankl aus Griesbach bei Zwiesel fuhren. Erfreulich aus Sicht des Veranstalters und der Zuschauer waren besonders die vielen Kinder und Jugendlichen, die im Festzug mitmachten, vor allem aber auch die zahlreichen Gespanne und Fuhrleute in Arbeitsgeschirren und Alltagskleidung, was „Landwirtschaft und Handwerk von damals“ besonders glaubhaft umsetzte. Rund 440 Pferde sowie 150 Wagen und landwirtschaftliche Arbeitsgeräte hatten die „Rosserer“ aufgeboten, um in die Zeit zu entführen, als die Mechanisierung in der Landwirtschaft noch einfache Entwicklungen beinhaltete.

Dem Streifzug durch die ersten sechs Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gingen Handwerksvorführungen am Parkplatz des Lindnerbräu voraus, die ebenfalls sehr großen Anklang fanden. Klaus Seewald aus Altrandsberg stellte sich dabei als neuer „Sofeiler“ vor, begleitet von drei Musikanten aus Viechtach, Kollnburg und Falkenfels und unterstützt von Thomas Dorner, genannt „Tom Swing“, der mit seinen Gstanzln die Besucher begeisterte. Hufschmied Thomas Miethaner verpasste vor den Augen der Besucher einem Pferd neue Hufeisen. Stefan Roider aus Waffenbrunn informierte über die fast ausgestorbene Kunst des Schindlmachens und zeigte, wie Lärchenschindeln fachgerecht aufgenagelt werden.

Michael und Fritz Bummer führten einen Ködel & Böhm-Dreschwagen vor, den Helmut Dobler für die Rosserer bei Hermann Mühlbauer in Arndorf besorgt hatte. Auch ein Brennofen der Bärwurzerei Drexler wurde im Lindnerhof präsentiert. Beifall ernteten nicht nur die Gespanne, sondern auch der Hauptverantwortliche, Geschäftsführer Hans Hofmann. Zum guten Erscheinungsbild trugen der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting, die Musikkapellen aus Ränkam, Rettenbach (zwei Kapellen), die „G’steckenriebler“, die Blaskapellen Weißenregen und Pfeffer aus Böbrach, die Blaskapelle „Horalka“ als Böhmen, die Wörther Musikanten, die Musikkapelle „Auweh“ und die Wolfausläuter aus dem Zellertal bei.

 

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