Cham 29.09.2012, 16:19 Uhr

Angst vor dem schwarzen Mann

Sorge im Chamer Stadtteil Haidhäuser: Kürzlich wurde hier ein psychisch kranker Kinderschuh-Fetischist verhaftet. Eltern fürchten seine Rückkehr.

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Im Stadtteil Haidhäuser leben die Eltern der Kinder in der Angst, dass der kranke Mann, der diesen Spielplatz wochenlang beobachtet hat und Kinder durch die Siedlung jagte, wieder in seine Wohnung zurückkehrt.

Im Stadtteil Haidhäuser leben die Eltern der Kinder in der Angst, dass der kranke Mann, der diesen Spielplatz wochenlang beobachtet hat und Kinder durch die Siedlung jagte, wieder in seine Wohnung zurückkehrt.

Von Johannes Schiedermeier, MZ

CHAM. Der Mann steht abends vor der Haustüre in Haidhäuser, schwarz angezogen, voller Schmutz und Blätter. Und er brabbelt wildes Zeug: „Ich muss die Kinder retten“, ruft er immer wieder. Schließlich alarmiert eine Mutter die Polizei. Der Mann wird überprüft. „Was sollen wir machen. Er hat ja nichts angestellt“, sagen die Beamten und rücken wieder ab.

Eine Mutter spricht aus, was viele denken: „Wir wissen, dass er krank ist. Er tut uns ja auch leid. Aber wir haben Angst um unsere Kinder. Dieser Mann darf nicht zurückkommen.“ Die anderen nicken. 20 Kinder und etliche Eltern wollten sich an diesem Nachmittag am Spielplatz in Haidhäuser mit dem Bayerwald-Echo treffen und über ihre Sorgen reden. Über den schwarzen Mann kursieren die wildesten Geschichten.

Jetzt sind die Türen zu

Vor einer Woche hat ihn die Polizei festgenommen. Fast 100 Paar Kinderschuhe hat er gesammelt. Aus sexuellen Beweggründen, hat er der Polizei gesagt. Geklaut hat er sie bevorzugt aus den Mehrfamilienhäusern der Siedlung. Er hat auch Mülltonnen durchwühlt. Die Haustüren waren in Haidhäuser immer offen. Die Schuhe der Kinder stehen sauber aufgereiht in Regalen vor der Wohnungstüre.

Jetzt sind alle Haustüren zu. Die Menschen in Haidhäuser haben Angst, dass der Mann wiederkommt. Denn die Lage eskaliert. Am Anfang, so berichten alle übereinstimmend, ist der Mann unauffällig. Er radelt irgendwann zwischen 14 und 15 Uhr aus Richtung Cham in die Siedlung und geht in seine Wohnung.

Vor etwa drei Wochen beginnt er, seltsam zu werden. Er läuft wirr umher, redet unverständliches Zeug. Dann wieder ist er völlig klar. An einem kalten Spätsommerabend steht er bis zum Hals im Wasser des Teichs gleich hinter der Siedlung. „Er hat gesagt, dass er dort Kinder retten muss“, erzählt ein Vater. Damals hält man ihn noch für etwas wirr im Kopf. Doch dann beginnt er, in den Gebüschen herumzulungern und die Kinder zu beobachten. Er versteckt sich mit Vorliebe bei Spielplätzen. „Er hat uns fotografiert“, sagen die Kinder.

 

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