Innenminister startet Stromtreter
Die erste Servicekarte des E-Bike-Netzwerks ging an Joachim Herrmann. Die Tour von Kelheim zur Befreiungshalle ließ er sich nicht nehmen. Bemerkenswert: einen Helm trug der Minister für den Fototermin nicht.
Kelheim. Eine Radler-Halbe und eine Breze – das holte sich der bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Montagmittag als erstes ab, nachdem er sein E-Bike im Garten der Befreiungshalle abgestellt hatte. Er gab zu, dass er während der motorunterstützten Fahrradtour vom Alten Hafen in Kelheim aus zwar nicht wirklich ins Schwitzen gekommen sei, aber die Brotzeit wollte er sich nun auch nicht entgehen lassen. Knapp zehn Minuten brauchte der Tross, der den Innenminister auf der 2,5 Kilometer langen Strecke begleitete, während der es 100 Höhenmeter zu überwinden galt.
Auf die E-Bike-Tour legte der Innenminister Wert. Bemerkenswert: Der Innenminister fuhr ohne Radlhelm – trotz seiner Vorbildfunktion? „Die Veranstalter hatten keine Helme zur Verfügung gestellt“, reagierte Oliver Platzer, Pressesprecher im Innenministerium. Bei der BR-Radltour, wo dies anders gehandhabt worden sei, habe Herrmann einen Kopfschutz getragen. Der Innenminister halte Helme grundsätzlich für sinnvoll, sei aber gegen eine Helmpflicht. Bürger sollten in Eigenverantwortung darüber entscheiden. Der Minister selbst ist bei privaten Touren - etwa durch den Nürnberger Reichswald - meist ungeschützt. „Er setzt in der Regel keinen Helm auf.“
Vor der Radtour hatte Herrmann am Alten Hafen den Startschuss für das E-Bike-Projekt Stromtreter gegeben. Während seiner Ansprache hatte ihn Christoph Würflein, der Geschäftsführer des Naturparks Altmühltal und Sprecher der Stromtreter, immerhin als „Bayerischen Fahrradminister“ bezeichnet – ein Titel, dem Herrmann gerecht werden wollte.
Die Stromtreter – so heißt das E-Bike-Projekt, das die touristischen Leistungsträger, Fahrradhändler, Radreiseveranstalter oder Stadtwerke aus den Tourismusregionen Romantisches Franken, Fränkisches Seenland, Naturpark Altmühltal, Hopfenland Hallertau, Ingolstadt und die Ferienregion Neuburg-Schrobenhausen auf die Beine gestellt haben. Es handelt sich dabei um ein dichtes Netz aus Ladepunkten sowie Vermiet- und Servicestationen für E-Bikes. Dazu haben sich mehr als 200 Servicepartner zusammengetan.





