Kelheim 25.06.2012, 14:55 Uhr

Mit Handicap und Leidenschaft

Zum zweiten Mal war Abensberg Gastgeber der südostdeutschen Fußballmeisterschaft der Berufsbildungswerke. Nicht jeder hörte auf den Schiri.

Die Abensberger (in rot) legten sich bei der 20. Südostdeutschen Fußballmeisterschaft der Berufsbildungswerke ins Zeug. Foto: Rudloff

Die Abensberger (in rot) legten sich bei der 20. Südostdeutschen Fußballmeisterschaft der Berufsbildungswerke ins Zeug. Foto: Rudloff

Von Yvonne Rudloff, MZ

Abensberg . Die Spieler laufen sich warm, der Rasen ist perfekt präpariert, die Trainer geben noch die letzten Tipps. Ein ganz gewöhnliches Fußballturnier, nur mit der Besonderheit, dass viele Spieler geistig und körperlich eingeschränkt sind. Der Wettkampf, der am Wochenende im Berufsbildungswerk (BBW) St. Franziskus in Abensberg ausgetragen wurde, war nämlich die 20. Südostdeutsche Fußballmeisterschaft der Berufsbildungswerke.

14 Mannschaften traten bei strahlend blauem Himmel in zwei Gruppen gegeneinander an. Walter Krug, Gesamtleiter des Berufsbildungswerks Abensberg, sprach in seiner Begrüßungsrede über die wichtige Erfahrung, die Fußball den jungen Leuten bietet, und über Teamgeist: „Du kannst als einzelner Spieler nicht gewinnen, wenn du nicht in der Mannschaft funktionierst.“ Achim Klein vom BBW München übersetzte alles für die gehörlosen Mannschaften in Gebärdensprache.

Um 9.30 Uhr war Anpfiff für die ersten beiden Spiele. Im Kleinfeld spielte Abensberg gegen Kirchseeon und parallel dazu Augsburg gegen Hettstedt. Jede Mannschaft stellte fünf Spieler, einen Torwart und mehrere Ersatzleute auf der Bank. Schiedsrichter waren Carsten Zirngibl vom ATSV Kelheim, Sebastian Hobmaier aus Mitterfecking, Franz Keil aus Kirchdorf und Markus Kartmann aus Gars. Das BRK war auch vor Ort.

Hochmotiviert und gut vorbereitet

Christian Kossak, neben Bea Hösl-Teryaki Organisator der Veranstaltung, leitet den Arbeitskreis Fußball und trainierte ein Jahr mit den Jungs im Alter von 16 bis 24 Jahren. „Wir stellen eine ausgeglichene Mannschaft und hoffen, unter die besten Fünf zu kommen“, sagt er. Robin hofft das auch: „Ich bin Vollblutfußballer, wir werden jedes Spiel gewinnen“, davon ist der 21-Jährige überzeugt.

Silvia Haumer vom BBW Abensberg ist begeistert über die rege Teilnahme. „Die Leute sind von weither angereist, das ist eine große Wertschätzung“, sagt sie. „Die Spieler haben sich gut vorbereitet und zeigen Kampfgeist. Wir machen heute weiter, wo Deutschland beim Spiel gegen Griechenland aufgehört hat.“

 

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