Kelheim 29.10.2012, 09:31 Uhr

Die Ludwigsbahn stellt den Betrieb ein

Seit 2008 beförderte die Ludwigsbahn im Stundentakt Fahrgäste von der Donau zur Kelheimer Befreiungshalle. Nun ziehen die Betreiber Bilanz – die Zahlen sprechen gegen einen Weiterbetrieb für das auswärtige Unternehmen. Sie denken an Verkauf.

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Seit Juli 2008 fuhr die Bimmelbahn im Stundentakt von der Schiffsanlegestelle Donau hinauf zur Befreiungshalle. Fotos: Archiv

Seit Juli 2008 fuhr die Bimmelbahn im Stundentakt von der Schiffsanlegestelle Donau hinauf zur Befreiungshalle. Fotos: Archiv

Kelheim/Regensburg. Zum Saisonende 2012 stellt die Regensburger Stadtrundfahrten GmbH den Betrieb der Ludwigsbahn in Kelheim ein. Dies teilten am Montagmorgen die Geschäftsführer Armin Sendlbeck und Frank Venus per E-Mail Bürgermeister Fritz Mathes und Touristikpartnern mit. Seitens der Stadt bestehe, so der derzeit amtierende Vize-Bürgermeister Franz Peter Sichler, Interesse, dieses Fahrangebot zu erhalten. Den Unternehmern werde daher ein Runder Tisch angeboten, an dem touristische Betriebe wie Schifffahrts-, Omnibus- und Taxiunternehmen beteiligt würden. Am Montag um 10.46 Uhr hat die Stadt laut Sichler daher eine E-Mail an Armin Sendlbeck gesandt.

„Leider haben wir in 2012 die für uns gesteckten Ziele nicht so erreicht, dass wir innerhalb unseres Unternehmens das Fortbestehen der Ludwigsbahn realisieren können“, führten Sendlbeck und Venus in ihrer E-Mail vom Montag in der Früh als Gründe für ihre Entscheidung zur Betriebseinstellung an. Im selben Schreiben bietet die Gesellschaft der Stadt Kelheim an, die Ludwigsbahn zu übernehmen. Sollte die Stadt Kelheim die Ludwigsbahn selbst weiterbetreiben wollen, beziehungsweise ein örtliches Unternehmen, etwa die Schifffahrt oder ein regionaler Taxi-/Busunternehmer daran interessiert sein, stehe man gerne zu Gesprächen zur Verfügung. Eine Rückmeldung wird binnen vier Wochen erbeten, da man ansonsten die bestehende Liniengenehmigung bei der Regierung von Niederbayern abmelden und dann auch die Haltestellenschilder abbauen werde.

Heuer weniger Fahrgäste als 2011

Sendlbeck und Venus halten es für ein ortsansässiges Unternehmen durchaus realisierbar, den Betrieb weiter auszubauen. Ein eventueller Erwerber erhalte neben der Wegebahn auch alle dem Konzept „Ludwigsbahn“ zugehörigen Informationen/Dokumente. Die Ludwigsbahn beförderte in der Saison 2012 (April bis Oktober) 10910 Fahrgäste (Vorjahr 11020 Fahrgäste).

Auf MZ-Anfrage sagte Armin Sendlbeck, dass 2012 – das fünfte Jahr in dem die Ludwigsbahn in Kelheim gefahren ist – „für uns ein Entscheidungsjahr war“. Für 2012 habe man 13000 Fahrgäste angepeilt gehabt. Während der Saisonmitte sei, so Geschäftsführer Armin Sendlbeck, der Stadt Kelheim mitgeteilt worden, dass man aufgrund des bisherigen Saisonverlaufs nicht auf die geplante Fahrgastzahl kommen werde. Es sei damals auch erwähnt worden, wenn die Planzahl nicht erreicht werde, „den Betrieb einstellen zu müssen“. Bis zum Vorjahr sei die Entwicklung positiv gewesen. 2011 war laut Sendlbeck das bisher beste Jahr. Man habe sich gesagt, da müsste noch etwas draufgesattelt werden. „Wir sind ein Privatunternehmen und kein gemeinnütziges Unternehmen“, sagte der Geschäftsführer. Ein Neueinsteiger könnte nahtlos an eine fünfjährige Aufbauphase anknüpfen. Neben den Gründen in dem E-Mail nannte Geschäftsführer Armin Sendlbeck: „Mit Sicherheit war Anfang der Saison die Sanierung der Kanalbrücke nicht hilfreich. Das Ostergeschäft hat deutlich gelitten.“

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

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