Kelheim - Nachrichten 10.02.2009, 21:24 Uhr

Abensberger nahmen Abschied von Bob Rückerl

Bob Rückerl ist ein gewichtiger Stein im musikalischen Fundament Abensbergs. Am Dienstagnachmittag wurden seine sterblichen Überreste in der untersten von drei Ebenen einen Urnensäule am Abensberger Friedhof bestattet. „Du bist, ob es Dir gefällt oder nicht, immer ein wesentlicher Bestandteil der Abensberger Musikszene“, sagte Bürgermeister Dr. Uwe Brandl bei der Trauerfeier auf dem Abensberger Friedhof. Viele Bands und Combos, der Jazzclub, die Musikdokumentation unserer Stadt und auch viele talentierte Musiker gäbe es nicht ohne Dich!“, so Dr. Brandl.

Und er versprach ihm: „Ich werde alles in meinen Kräften stehende tun, dass dein Name dauerhaft mit der Kulturszene Deiner Heimatstadt verbunden bleibt.“ Und statt ihm „jedes Jahr einen Kranz zu bringen, unterstütze ich Deinen Jazz Club“. Rückerl habe „ein kostbares Vermächtnis“ hinterlassen: „Eine lebendige und reichhaltige Kulturszene, Leidenschaft und Freude an Musik“, sagte Dr. Brandl. Er hätte, so sagte Brandl, die Kulturmetropolen dieser Welt im Sturm erobern können, „aber Dein Ding war Abensberg.“

Musikschulleiter Johannes Fleischmann betonte in seinen letzten Worten an Bob dessen Vorbildfunktion – als Instrumentallehrer 23 Jahre lang an der Abensberger Musikschule, aber auch für ihn, Fleischmann. Es war ein Bürgerfest in Regensburg, als Fleischmann und Rückerl sich kennenlernten. „Mir als damaligem Grünling auf der Klarinette gab er einige Tipps, wie ich eine Improvisation angehen könnte. Die Art dabei war typisch für ihn, auch im späteren Umgang mit seinen Musikschülern: nicht von oben herab, besserwissend einen Weg detailliert vorzuschreiben, sondern Vorschläge zu machen: Probier’s doch einfach mal so!“ Von seinen Musikschüler habe er verlangt, dass sie sich Klarheit verschafften über Ziel und Motivation ihres Tuns, wenn er sie fragte: „Warum willst Du überhaupt Gitarre lernen, und wer ist dein Vorbild?“ So wurde er in den 23 Jahren an der Musikschule vielen Schülern kameradschaftlicher, musikalischer Wegbegleiter und nicht zuletzte Vorbild.

Draußen tobte gestern Nachmittag der Sturm, drinnen in der kleinen Aussegnungshalle setzten die Sängerin Dana Darau, Gitarrist Helmut Nieberle, Bassist Reinhold Grassl und Schlagzeuger Michael „Scotty“ Gottwald einen akustischen Kontrapunkt. Sie intonierten „Easy to remember“ – und erinnerten sich vielleicht an manches Aufeinandertreffen mit Bob Rückerl andernorts: im Abensberger Jazzclub. Ron Sigl verabschiedete sich mit einem letzten Trommelsolo. Dann trug Bob Rückerls Witwe Anja die Urne mit der Asche ihres Mannes zu dessen letzter Ruhestätte, gefolgt von mehr als 100 Trauernde. Eine große Zahl an Freunden hatten bereits vergangenen Freitag bei der Einäscherung auf dem Dreifaltigkeitsberg in Regensburg Abschied von Bob Rückerl genommen, der am Sonntag vor einer Woche einem Krebsleiden erlegen war.

 

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