Räuber verletzt Verkäuferin schwer und steckt Getränkemarkt an
Als die Feuerwehr anrückt, ist der Täter über alle Berge. Die verletzte Verkäuferin wird ärztlich versorgt und kommt ins Krankenhaus. Die Wehrmänner dringen mit Atemschutz gegen die Flammen und den beißenden Qualm in Verkaufsraum und Büro vor.
RIEDENBURG. Von Walter Dennstedt, MZ
Ein unfassbares Martyrium hat eine 30 Jahre alte Verkäuferin des Netto Getränkemarktes in Aicholding am Freitagabend durchgemacht: Vier Stunden war sie in der Gewalt eines 39Jahre alten Mannes, der zuerst von ihr den Tresorschlüssel ergatterte, Geld stahl und die Frau, als sie den Diebstahl bemerkte, bis zur Bewusstlosigkeit würgte. Nach einer Irrfahrt durch Riedenburg zündete er den Getränkemarkt an. Der Schaden beträgt 80000 Euro.
Der 39-Jährige aus dem Landkreis Eichstätt, den das (spätere) Opfer kennt, kam am Freitag vor 20 Uhr in den Getränkemarkt, hat die Kripo Landshut recherchiert. Er ließ sich nach jetzigem Kenntnisstand unter einem Vorwand den Schlüsselbund für das Geschäft von der 30-jährigen Verkäuferin aus Riedenburg geben.
In einem unbeobachteten Moment soll der Mann aus dem Kreis Eichstätt dann aus dem Tresor mehrere Tausend Euro Bargeld gestohlen haben. Bei der Tagesabrechnung bemerkte die 30-jährige Angestellte den fehlenden Geldbetrag und sprach den Täter darauf an. Daraufhin zog der Dieb unvermittelt einen Elektroschocker, traktierte die Frau mehrfach und würgte sie, bis die Verkäuferin bewusstlos zusammenbrach.
Die Frau kam irgendwann wieder zu sich und bemerkte, dass der 39-Jährige gerade versuchte, im Büro des Marktes Feuer zu legen. Die verletzte Verkäuferin versuchte zu fliehen. Das wiederum bemerkte der Mann. Er stoppte die Frau brutal, indem er mehrere volle Flaschen auf ihrem Kopf zerschlug. Anschließend zwang der Mann die 30-Jährige, ins Fahrzeug der Frau einzusteigen. In diesem fuhren beide nach bisherigen Ermittlungen der Polizei ziellos rund eine Stunde lang in Riedenburg umher.
Nach dieser Zeit ließ sich der Ganove zurück zum Tatort fahren. Dort ging er ins Büro und legte Feuer. Am Tatort hatte er zuvor sein Opfer freigelassen. Der Täter flüchtete, nachdem die Flammen loderten, mit seinem eigenen Fahrzeug.



