Kelheim - Nachrichten 02.02.2010, 11:58 Uhr

Die engagierten Floriansjünger werden in Neustadt immer weniger

Mehr als 3400 Stunden waren die Neustädter Feuerwehrmänner im Einsatz.

Mehr als 3400 Stunden waren die Neustädter Feuerwehrmänner im Einsatz.

NEUSTADT. Man müsse sich die Frage stellen, wie man in Zukunft die Alarmsicherheit, gerade tagsüber, sicherstellen könne, denn es sei damit zu rechnen, dass sich in Betrieben der Druck, am Arbeitsplatz zu bleiben, auf die Arbeitnehmer, die Feuerwehrdienst leisteten, „sogar noch verstärken wird“, darauf verwies der Neustädter Feuerwehr-Kommandant Jürgen Bucher.

Sieben aktive Feuerwehrfrauen und 76 aktive Feuerwehrmänner hat die Stützpunktwehr in Neustadt derzeit. „Die aktive Truppe wird immer kleiner“, berichtete Bucher. Viele seien nicht mehr bereit, ihre Freizeit zu opfern oder ihre Arbeitsplätze bei Alarmierungen zu verlassen. „Gerade auch die Gemeinde muss Anreize setzen, dass sich wieder Leute für die Feuerwehr finden“, so Bucher. Er denke da an Gutscheine oder Beitragsermäßigungen. Zusätzlich dürfe aber auch nicht vergessen werden, dass bei Einsätzen, bei denen lange Ölspuren zu beseitigen seien, vermehrt auch die Mitarbeiter des Bauhofs herangezogen und so die freiwilligen Feuerwehrkräfte entlastet werden könnten.

Bürgermeister Thomas Reimer sowie sein Stellvertreter und Feuerwehrreferent, Bernhard Rieger, konnten die Wünsche und Sorgen der rund 50 Feuerwehrmitglieder anlässlich der Jahresversammlung nachvollziehen. Ein erster Wunsch werde nun auch erfüllt. In den nächsten Tagen wird die Stadt einen zweiten hauptamtlichen Gerätewart einstellen, der Jürgen Bucher entlasten wird. „Diese Person wird im April oder Mai den Dienst aufnehmen“, sagte Bernhard Rieger. Auch das Platzproblem werde man hoffentlich bald lösen können. „Wir wollen in den neuen Haushalt Mittel für die neu zu erbauende Halle einstellen, sodass wir damit anfangen können“, so Reimer. Die Halle solle auf einem ans Feuerwehrgelände angrenzenden Grundstück errichtet und von Feuerwehr und Bauhof gemeinsam genutzt werden. Wegen Vergünstigungen für aktive Feuerwehrkräfte rief Reimer die Neustädter auf, sich Gedanken zu machen: „Wir sind für Vorschläge offen.“ Das könne aber nicht auf die Stützpunktwehr beschränkt bleiben, auch wenn diese weitaus mehr Einsätze zu leisten habe als die Ortsteilwehren. Bürgermeister Reimer versprach, demnächst mit Führungskräften von Industriebetrieben in Neustadt das Gespräch zu suchen: „Die Betriebe müssen Interesse an einer schlagkräftigen Feuerwehr haben, schließlich sind nicht alle mit Werkfeuerwehren ausgestattet. Wir müssen die Leute hier sensibilisieren.“

 

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