Kelheim - Nachrichten 05.02.2012, 20:01 Uhr

Kraftwerkspläne wohl vom Tisch

Experten geben einer neuen Anlage an der Donau bei Neustadt keine Chance. Ausbaufähig wäre die Wasserkraft dennoch – doch das stößt auf Protest.


        Das Kraftwerk bei Poikam wurde im Jahr 2000 bereits erweitert. Foto: Archiv

Das Kraftwerk bei Poikam wurde im Jahr 2000 bereits erweitert. Foto: Archiv

NEUSTADT/KELHEIM. 2009 tauchte es auf und wurde zum Schreckgespenst für Angler und Naturschützer – jetzt, mit dem Konzept „Energie innovativ“ der bayerischen Staatsregierung, dürfte ein neues Wasserkraftwerk an der Donau bei Neustadt-Eining wohl endgültig wieder in der Versenkung verschwunden sein. Beim bayerischen Umweltministerium drückt man sich zwar vor einem klaren „Nein“ und verweist stattdessen darauf, dass das Landratsamt die Genehmigungsbehörde wäre. Aber Brancheninsider bestätigen hinter vorgehaltener Hand, dass ein solches Großprojekt an einem Flussabschnitt ohne bestehenden Querverbauungen faktisch nicht mehr realisierbar sei, angesichts des mehrjährigen Genehmigungsverfahrens und einem wohl massiven öffentlichen Widerstand. Andererseits setzt die bayerische Energiepolitik dezidiert auf den Ausbau der Wasserkraft. Im Kreis Kelheim könnten dazu allenfalls die kleinen und mittleren Anlagen beisteuern. Doch dies lehnen Umweltverbände und Fischerei ab.

Studie sieht Potenzial in Neustadt

Ein neues Kraftwerk an der Donau wäre grundsätzlich Aufgabe der Rhein-Main-Donau AG (RMD) und der E.ON Wasserkraft GmbH (EWG): Die RMD hat an der Donau die Konzessionsrechte; den Betrieb (und gegebenenfalls Bau) der Anlagen hat sie der EWG übertragen. Beide Unternehmen (und die Bayerischen Elektrizitätswerke) legten 2009 eine Potenzial-Studie zur Wasserkraft in Bayern vor. Als einziger Standort für ein neues Donau-Kraftwerk im Landkreis ist dabei Neustadt genannt. Denn jedes neue Kraftwerk zwackt dem Fluss ein wenig von seiner Energie ab – und damit auch den bestehenden Kraftwerken. Neue Anlagen bräuchten also genügend Abstand zu bestehenden, damit unterm Strich alle rentabel bleiben, erläutert EWG-Sprecherin Carolin Patzner. Sie erläutert dies alles freilich im Konjunktiv: „Wir sehen durchaus das Potenzial am Standort Neustadt. Aber momentan gibt es für eine Anlage dort definitiv keine Planungen oder Entscheidungen.“ Dieselbe Botschaft kommt auch von RMD-Sprecher Jan Kiver.


 

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