Behinderter sucht seit 15 Monaten eine Bleibe
Otto Geisenfelder braucht eine neue Wohnung. Wo im Landkreis, ist ihm egal. Hauptsache sie ist barrierefrei und bezahlbar.
Otto Geisenfelder in seinem Haus mit einem der Maschinenmodelle, die er so gerne baut. Wer denkt, dass er eine passende Wohnung für ihn kennt, kann sich bei ihm melden unter der Telefonnummer (0172) 4627586.
Landkreis. Otto Geisenfelder ist ein Mieter, von denen Wohnungsbesitzer nur träumen können – trotzdem findet er seit 15 Monaten keine Wohnung. Er hat keine Haustiere, raucht nicht, hat kein lautes Hobby. Außerdem ist der 61-Jährige leidenschaftlicher Heimwerker, der viele kleine Reparaturen in seinem Domizil selbst erledigt. Und er hat Kumpels aus der Zeit als Automechaniker, die er nur anzurufen braucht, schließlich hat er ihnen auch immer geholfen: „Das mache ich dann immer, wenn es um etwas geht, das ich nicht mehr erledigen kann“, sagt er.
Otto Geisenfelder sitzt nämlich im Rollstuhl. 2009 wurde ihm ein Bein amputiert. Was ihn bisher nicht verbittert hat, treibt ihn inzwischen fast zur Verzweiflung. Denn Geisenfelder muss sein Häuschen in Saal räumen. Sein Mieter hat ihm schon gekündigt, weil er das baufällige Domizil abreißen will. Für Geisenfelder geht das in Ordnung: „Da gibt es keinerlei böses Blut“. Er hätte wegen des Rollstuhls ohnehin gerne ein größeres Bad, in dem er sich selbstständig bewegen kann.
Hauptsache barrierefrei
Er und Gottfried Döllinger, sein AOK-Pflegeberater, haben schon einiges versucht, aber fündig sind sie noch nicht geworden: „Dabei bin ich überzeugt davon, dass es diese Wohnung gibt“, sagt Döllinger. Das wichtigste ist dabei, dass sie wirklich barrierefrei ist. Sie muss entweder ebenerdig im Erdgeschoß liegen, in diesem Fall dürfen Geisenfelder keine Stufen vor der Haustür behindern. Auf die Ebenerdigkeit kann Geisenfelder nur verzichten, wenn es einen Treppenlift gibt. Neben dem Schlafzimmer, der Küche und dem Bad, stellt er keine großen Ansprüche – wichtig ist ihm, dass die Wohnung bezahlbar ist. Schön wäre ein Parkplatz oder auch eine Garage, weil er seit 14 Tagen stolzer Besitzer eines behindertengerechten Autos ist. Einen kleinen Hobbyraum für seine Tüftelarbeiten würde er sich auch wünschen, „das muss aber nicht sein“, sagt Geisenfelder. Wichtig ist ihm dafür, dass er lange in der Wohnung bleiben kann.

