Kelheim - Nachrichten 31.05.2012, 15:37 Uhr

Kleine Ortsteile kommen ans Netz

Neustadt unterzeichnet Vertrag über den Netzausbau mit privatem Anbieter P2-Systems. Die Kommune zahlt dafür 336000 Euro.


        Vertragsunterzeichnung im Rathaus für den weiteren Breitbandausbau: von links Rudi Halbritter, Hans Weber, Thomas Reimer, Geibenstettens Ortssprecherin Elke Wolf und Rene Meyer Foto: Dannenberg

Vertragsunterzeichnung im Rathaus für den weiteren Breitbandausbau: von links Rudi Halbritter, Hans Weber, Thomas Reimer, Geibenstettens Ortssprecherin Elke Wolf und Rene Meyer Foto: Dannenberg

Von Jochen Dannenberg, mz

Neustadt. Seit Donnerstag vormittag ist es amtlich: Auch die kleineren Ortsteile von Neustadt a. d. Donau bekommen jetzt einen schnellen Zugang zum Internet. Bürgermeister Thomas Reimer und Rene Meyer, Geschäftsführer der Firma P2-Systems aus Beilngries, haben einen Vertrag für den „Aufbau einer Internetbreitbandstruktur“ unterzeichnet, was im Klartext nichts anderes als DSL bedeutet. Bei den kleineren Ortsteilen handelt es sich um Arresting, Geibenstetten, Irnsing, Marching sowie Nieder- und Oberulrain. „Bis Mitte 2013 sollen die Ortsteile angeschlossen sein“, sagte Bürgermeister Thomas Reimer anlässlich der Vertragsunterzeichnung im Sitzungssaal des Rathauses. Um die Ortsteile ans Netz anzuschließen, werden rund 6,5 Kilometer Leerrohre und über acht Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Nach der Fertigstellung der neuen Internetinfrastruktur werden verschiedene Tarife in Form von Internetflatrates und Telefoniediensten ab 29,90 Euro monatlich bei P2-Systems erhältlich sein. Geschäftskunden können zusätzlich ihren Bedarf mit Bandbreiten bis zu 50 MBit pro Sekunde abdecken. Für die Maßnahme investiert P2-Systems 480 000 Euro. Die bisherigen Rufnummern können übernommen werden. Die Stadt Neustadt trägt die Deckungslücke in Höhe von 336000 Euro.

„Internet ist ein Grundbedürfnis“, stellte Bürgermeister Reimer fest. Weiter sagte er, dass die Breitbandversorgung mit den kleineren Ortsteilen einen „weiteren Schritt nach vorne“ machen werde. Er erwarte zudem in Kürze den Abschluss des Netzausbaus in den großen Ortsteilen. Rene Meyer ergänzte, dass die jetzt angestrebte Lösung „äquivalent zur Telekom“ sei. Grundsätzlich würden Glasfaserkabel verwendet, lediglich in Nieder- und Oberulrain setze man auf Richtfunk.

So sehr sie sich auch über die Vertragsunterzeichnung freuten, deutlich kritisierten Bürgermeister Reimer und sein Stellvertreter Hans Weber die staatliche Förderung des DSL-Ausbaus. Weber und Reimer verwiesen darauf, dass die Zuschüsse gedeckelt sind. Kleinere Kommunen erhalten denselben Satz wie größere, in jedem Falle 100000 Euro.

Außerdem betonten die Bürgermeister, wie schwierig es ist, kleinen Ortschaften einen schnellen Zugang zum Internet zu verschaffen. „Große Anbieter vergessen die kleinen Orte gern“, meinte Weber. Und Reimer ergänzte: „Das ist der Preis der Privatisierung, den letztlich der Steuerzahler bezahlen muss.“


 

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