Kelheim - Nachrichten 26.06.2012, 14:32 Uhr

Energie-Genossenschaft wächst

In Saalhaupt entsteht derzeit eine neue Freiflächen-Fotovoltaikanlage. Bis zum 30. Juni müssen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Harald Hillebrand (4. von links), Vorstandsmitglied von Bengel-KEH, und Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Schweiger (2. von links) freuen sich, dass die neue Anlage in Betrieb geht. Foto: Hueber-Lutz

Harald Hillebrand (4. von links), Vorstandsmitglied von Bengel-KEH, und Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Schweiger (2. von links) freuen sich, dass die neue Anlage in Betrieb geht. Foto: Hueber-Lutz

Von Gabi Hueber-Lutz, Mz

SAALHAUPT . Die Bürger-Energie-Genossenschaft im Landkreis Kelheim (Bengel-KEH) wächst weiter. Nicht nur, was die Anzahl ihrer Mitglieder betrifft, sondern auch mit ihren Projekten. Derzeit errichtet sie eine Freiflächen-Fotovoltaikanlage in Saalhaupt direkt neben der Autobahn. Es ist die dritte Anlage, die die Bürger-Genossenschaft betreiben wird und auch die mit Abstand größte. 1750 Kilowattpeak hat die neue Anlage, 140 Kilowattpeak die beiden bisherigen.

Inmitten des großen Feldes aus 7290 blinkenden Fotovoltaikmodulen, die von der Sonne beschienen werden, strahlten beim Pressetermin auch die Verantwortlichen der Genossenschaft. Pro Jahr wird die Anlage 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, berichtete Vorstandsmitglied Harald Hillebrand. 1400 Personen könnten damit versorgt werden und die Kohlendioxid-Einsparung liegt bei 1330 Tonnen pro Jahr. Bengel-KEH hat das 3,8 Hektar große Grundstück für die nächsten 20 Jahre gepachtet und Optionsverträge auf eine Verlängerung der Pacht um weitere neun Jahre. Und auch ansonsten hat die Genossenschaft in die Zukunft gedacht: In 20 Jahren sei die Anlage wieder problemlos rückbaubar. Jetzt wird sie aber erst einmal in Betrieb genommen. Die Arbeiten sind in den letzten Wochen unter Hochdruck gelaufen, denn bis zum 30. Juni muss angeschlossen sein, damit die Einspeisevergütung von 0,1794 Euro pro Kilowattstunde erzielt wird.

Projektiert hat die Anlage die Firma Envalue. Die Fertigstellung bis zum 30. Juni ist vertraglich verbindlich geregelt. Für Anlagen auf Ackerflächen gibt es keine Einspeisevergütungen mehr. Wohl aber für Flächen, die in einem Korridor von 110 Metern entlang von Autobahnen oder Bahnstrecken liegen. Entsprechend der Einspeisevergütung rechnet die Genossenschaft mit einem Ertrag von 340000 Euro brutto pro Jahr. Dem stehen Baukosten von 3,7 Millionen Euro gegenüber.

Das Gerüst der Anlage stammt aus Deutschland, die Module kommen aus China. Da nun wieder ein großes Projekt zur Verfügung steht, können die Mitglieder von Bengel-KEH nun auch mehrere Anteile an der Genossenschaft zeichnen. Bisher war es nämlich nur möglich, einen Anteil von 500 Euro zu halten. Nun können maximal hundert Anteile gezeichnet werden.

Wie hoch die Erträge für die Genossen ausfallen werden, beschließe die Mitgliederversammlung, sagten Hillebrand und Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Schweiger. Die Versammlung der momentan knapp 200 Mitglieder lege die Dividende fest. „Mehr als die derzeit banküblichen Zinsen ist das aber auf jeden Fall“, erklärte Hillebrand.


 

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