Neumarkt 17.08.2012, 15:22 Uhr

Hitze bedeutet nicht nur Spaß

Kinder und Senioren sind bei Sommerwetter besonders gefährdet. Wer sich allerdings an einfache Regeln hält, der kann die Sonne ruhig genießen.

Wenn Kinder ohne Mütze oder Hut in der prallen Sonne im Wasser spielen, droht ganz schnell ein Sonnenstich. Foto: dpa

Wenn Kinder ohne Mütze oder Hut in der prallen Sonne im Wasser spielen, droht ganz schnell ein Sonnenstich. Foto: dpa

Von Nicole Selendt

Neumarkt. Das heißeste Wochenende des Jahres steht bevor. Am Sonntag klettert das Quecksilber auf bis zu 34 Grad. Für viele, die ihren Sommer in der Heimat verbringen oder noch auf ihren Urlaub warten, heißt das: ab in die Natur, ins Freibad, zum Badesee. Doch gerade bei solchen Temperaturen gilt es auch, Regeln zu beachten, wie Dr. Heinz Sperber, Leiter des Gesundheitsamts, und Apotheker Erich Dorfner, betonen.

So sei es zum Beispiel wichtig, eine Kopfbedeckung zu tragen, wenn man in die Sonne geht. „Manche Eltern vergessen im Freibad, Kindern eine Mütze aufzusetzen – die planschen dann ungeschützt im Wasser herum“, stellt Sperber fest. Doch gerade Kleinkinder bekämen davon schnell einen Sonnenstich, der sich zum Beispiel durch einen hochroten Kopf, Unruhe oder Krämpfe äußert. Auch ältere Menschen sollten sich laut Dorfner an diesen Ratschlag halten.

Litervorgaben helfen nichts

Denn ihnen drohten bei Nichtbeachtung nicht nur ein Sonnenstich, sondern auch Kreislaufprobleme bis hin zum Hitzekollaps. Sperber empfiehlt im Fall von Senioren, viel Flüssigkeit bereitzuhalten. Von Litervorgaben pro Tag hält er aber nichts. „Man sollte ältere Menschen nicht zum trinken zwingen. Sie trinken schon, wenn sie Durst haben – und dann reicht es, wenn es bereitsteht“, betont Sperber.

Dorfner rät vor allem für heiße Tage dazu, nicht nur auf Leitungswasser zurückzugreifen: „Durch das viele Schwitzen verliert der Körper Mineralien – und die kann er schneller durch Mineralwasser wieder zu sich nehmen.“ Auch Magnesium und Fruchtsäfte würden da helfen. Gesunden Menschen empfiehlt er für die Hitze sogar, zusätzlich ein wenig mehr Kochsalz als sonst zu sich zu nehmen. Denn auch das gehe an heißen Tagen über die Haut schneller verloren.

Die Mittagshitze – und da sind sich Arzt und Apotheker absolut einig – sollte jeder meiden. „Daheimbleiben, in den Schatten setzen, nichts tun“, so lautet die Empfehlung Sperbers. „Die Leute im Süden Europas machen uns das vor.“ Wer allerdings jetzt daran denke, sich da gemütlich eine kühle Halbe zu genehmigen, sei auf dem Holzweg. Denn Alkohol sei an solch heißen Tagen genau das Verkehrte. Es weite die Blutgefäße zusätzlich und könne gesundheitliche Probleme mit Hitze noch verstärken.

 

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