Neumarkt - Nachrichten 17.07.2009, 14:04 Uhr

So wird Energie revolutionär neu gedacht

Vor Beginn der Nachhaltigkeitskonferenz trug sich Dr. Klaus Töpfer in das Goldene Buch der Stadt ein.

Vor Beginn der Nachhaltigkeitskonferenz trug sich Dr. Klaus Töpfer in das Goldene Buch der Stadt ein.

Wie kann es ein Mensch oder eine Kommune schaffen, Energie revolutionär neu zu denken? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Freitag die etwa 200 Teilnehmer der zweiten Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz in der Residenz.

Wichtiger Impulsgeber und prominentester Redner war nach den Grußworten von OB Thomas Thumann, Lammsbräu-Chef Dr. Franz Ehrnsperger und Staatssekretärin Melanie Huml am Freitag der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer. Der Träger des Deutschen Umweltpreises, stellvertretende Vorsitzende des Rats für nachhaltige Entwicklung und seit Donnerstag Träger des Ehren-Nachhaltigkeitspreises der Neumarkter Lammsbräu sagte, dass neues Denken entstehen könne, wenn man „fest im Willen und flexibel im Verstand“ sei, sich auf die Gegebenheiten und zukünftige Entwicklungen einstelle.

Laut einer UN-Prognose werden, so Töpfer, im Jahr 2050 mehr als neun Milliarden Menschen auf der Erde leben – der Großteil davon in Entwicklungsländern. Genau deswegen ist für Töpfer „nachhaltige Entwicklung der neue Begriff von Frieden, bedeutet Armut stets eine Armut an Energie.“ Der enorme Zuwachs an Energie, der dadurch nötig werde, könne nicht „wie bisher“ gewonnen werden. Die Förderung von „Energien anderer Art“ sei, so Töpfer, „ökonomisch absolut rationale und der Exportartikel der Zukunft für Deutschland“ – ein Land, das technologisch gut dastünde, aber nicht den Anschluss verlieren dürfe.

Ansatzpunkte für die Lösung des Energie-Problems sei laut Töpfer, im Alltag darauf zu achten, keine Energie zu verschwenden. Aber auch Städte müssten Städte strukturell klimaverträglich gemacht und Gebäude energetisch saniert werden. Die energetischen Bemühungen der Stadt lobte der ehemalige Bundesumweltminister: „Neumarkt ist ein Markenartikel für Nachhaltigkeit. Hierherzukommen war schon eine sehr bewusste Entscheidung“, sagte Töpfer.

Die weiteren Redner wie etwa Prof. Dr. Ing. Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen der Bundesregierung, bekräftigten in ihren Vorträgen die Notwendigkeit, in Zukunft auf erneuerbare Energien zu setzen. „Es geht nicht mehr um die Frage der Verfügbarkeit fossiler Energieträger, sondern um die Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für CO2“ – und diese sei erschöpft, so Faulstich.


 

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