In Kisten verstaut zieht die Stadtgeschichte um
Von wegen Archivare machen nur Schreibtischarbeit: Am Freitag bezog das Stadtarchiv sein neues Gebäude.
Neumarkt. Historisches ereignete sich am Freitag dort, wo die Geschichte Neumarkts gesammelt und geordnet wird: im Stadtarchiv. Dieses zog nämlich von den beengten Räumen im Schulhaus in der Bräugasse um in das neu erbaute Gebäude nur einige Meter weiter gegenüber dem Schreiberhaus.
Noch am Donnerstag herrschte Tohuwabohu in den alten Räumen, wie es Stadtarchivar Dr. Frank Präger ausdrückte. Kisten türmten sich dort auf, bereit, um am Freitag mit einem Spezialaufzug in das neue Archiv gebracht zu werden.
Seit 1996 hatten sich Präger, seine Mitarbeiter und die immer weiter wachsenden Regalmeter an alten Urkunden, Zeitungen, Büchern, Fotos und Filmen in die Schulräume gezwängt. Ein Zustand, dem die Stadt mit 1,6 Millionen Euro Abhilfe schuf.
360 Quadratmeter stehen Präger nun im neuen Gebäude zur Verfügung. Diese erlauben ihm zudem die historischen Zeugnisse nach modernen Standards zu archivieren. Wertvolle mittelalterliche Urkunden werden so nun bei idealen Raumtemperaturen von 18 bis 20 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von nicht mehr als 50 Prozent gelagert. Zudem gibt es nun auch Kühlräume, die für das lange Überleben von audiovisuellen Medien nötig sind.

