Wolken versperrten Venus
Etwa 40 Besucher hofften, dass in der Neumarkter Sternwarte das Wetter mitspielt. Am Ende kam es auf wenige Minuten an.
Neumarkt. Mittwochmorgen, 5.30 Uhr: Die Enttäuschung ist groß. Etwa 40 Besucher hatten sich den Wecker auf drei Uhr nachts gestellt, um das Jahrhundertereignis nicht zu verpassen. Doch die Wolken über dem Mariahilfberg in Höhenberg machten den begeisterten Himmelsbeobachtern auf der Aussichtsplattform der Neumarkter Sternwarte einen Strich durch die Rechnung. Den Venustransit konnte hier niemand mit seinen eigenen Augen sehen.
Und das werden die Sternenbeobachter auch nicht mehr – egal ob sie heute sieben oder 70 Jahre alt sind. Dass diese Bewegungen für Erdbewohner zu sehen sind, kommt nur alle hundert Jahre vor. Häufiger kreuzen sich die Bahnen von Erde und Venus nicht. Den nächsten Venustransit soll es erst wieder in 105 Jahren geben.
Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang hatten viele noch gehofft, den kleinen schwarzen Fleck auf der Sonne sehen zu können: „Es könnte knapp werden“, sagte Andreas Leonhardt beim Blick auf die Wetterkarte. Der 28-jährige Mathematiker klärte zuvor über die Planetenkonstellation auf. Doch am Ende blieb ihm nur zu sagen: „Shit happens.“ Es sei knapp gewesen, berichtet er. „Wenn der Hügel 50 Meter tiefer gewesen, die Sonne fünf Minuten früher aufgegangen und die Wolken fünf Minuten spätervorbeigezogen wären, hätten wir was gesehen.“ Aber so habe man einfach keine Chance gehabt.
Über die Enttäuschung tröstete viele der Sonnenaufgang hinweg. Die Wanderung des Planeten verfolgten die Astronomiebegeisterten anschließend über das Internet. „Dann warten wir eben auf die nächste Sonnenfinsternis in vier oder fünf Jahren“, sagte sich Thomas Hempel.





