Neumarkt - Nachrichten 26.06.2012, 17:50 Uhr

Jugend trinkt wieder weniger

Komasaufen unter Teenagern ist in der Stadt und im Landkreis kaum ein Thema. Sorgen bereiten den Experten da eher die Erwachsenen.

Nur wenige Jugendliche trinken so lange, bis sie umfallen. 2011 wurde 33 Unter-18-Jährige mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus im Landkreis gebracht. Foto: Archiv

Nur wenige Jugendliche trinken so lange, bis sie umfallen. 2011 wurde 33 Unter-18-Jährige mit einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus im Landkreis gebracht. Foto: Archiv

Landkreis. Gesellschaft Komasaufen unter Teenagern ist in Stadt und Landkreis kaum ein Thema. Sorgen bereiten den Experten da eher die Erwachsenen.

Diesen Schuh will Neumarkts Polizeichef Helmut Lukas der jungen Generation nicht anziehen: „Zu sagen, dass fast alle Jugendlichen bis zum Umfallen trinken, stimmt einfach nicht. Das sind nur wenige – aber die wiederum trinken umso exzessiver.“ Alkoholwerte jenseits der Zwei-Promille-Marke seien längst keine Seltenheit mehr. Erst am Montag veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wieder Zahlen, dass sich pro Woche 180000 Jugendliche in Deutschland einen Rausch antrinken – und so ihre Gesundheit riskieren.

Das Problem sind die Erwachsenen

In Stadt und Landkreis Neumarkt scheint das allerdings kaum ein Problem zu sein. Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Heinz Sperber, will das belegen können. „Ich höre immer wieder, dass Jugendliche so viel trinken würden, aber wenn ich mir die Zahlen anschaue, sprechen die eine andere Sprache.“

Laut einer Aufstellung Sperbers, die dem Tagblatt vorliegt, wurden 2011 insgesamt „nur“ 33 Unter-18-Jährige mit der Diagnose Alkoholvergiftung in die Kliniken in Neumarkt und Parsberg eingeliefert. Betrachtet man die Zahlen der letzten zehn Jahre, fällt auf, dass die Werte zwar schwanken – aber stabil sind. Von der Größenordnung her werde das Komasaufen zumindest im Landkreis etwas überschätzt dargestellt, sagt Sperber. Auch auf dem Altstadtfest seien viele junge Leute unter den 40000 Besuchern gewesen – und kein einziger sei im Krankenhaus gelandet.

Die anderen Zahlen, die davon sprechen, dass sich viele tausend Jugendliche pro Woche sinnlos betrinken würden, müsse man mit Vorsicht genießen. Dies seien Zahlen, die einerseits geschätzt seien oder andererseits durch Befragung der Jugendlichen zustande kämen. „Oft ist bei der Beantwortung dann eine Stück Angeberei und Gruppendynamik mit im Spiel.“


 

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