Neumarkt - Nachrichten 11.07.2012, 15:44 Uhr

Discoschläger vor Gericht

Einer hielt das Opfer im Schwitzkasten, der andere schlug mehrfach auf den Kopf ein. Nun standen die Täter aus dem Landkreis vor Gericht.

Die beiden Angeklagten mussten sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht für die Schlägerei verantworten.

Die beiden Angeklagten mussten sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht für die Schlägerei verantworten.

Neumarkt. In der Disco fing es an, auf dem Parkplatz eskalierte die Situation – und am Mittwoch traf man sich vor dem Amtsgericht wieder. Ein 22-jähriger Straßenbauer sollte während des Besuchs eines Clubs im nördlichen Landkreis im Januar auf seine minderjährigen Begleiter aufpassen. Doch schon an der Theke kam es nach einigen Bieren und Schnäpsen zu ersten Handgreiflichkeiten, als ein 20-Jähriger einen der Begleiter schubste.

Gegen 2.15 Uhr traf sich der 22-Jährige mit dem 20-Jährigen, den man für das Schubsen verantwortlich machte, zur Aussprache vor der Disco auf eine Zigarette. Die Lage entspannte sich wieder – der Streit schien geklärt.

Doch als der 17-Jährige hinzukam, dessen Kumpel in der Disco angegangen wurde, kochten die Emotionen u hoch. Den Vorfall wollte er nicht auf sich sitzenlassen. Der Schüler baute sich vor dem 20-Jährigen auf, der schubste ihn zurück. Dann flogen die Fäuste. Der Aufpasser nahm den 20-Jährigen in den Schwitzkasten – der 17-Jährige schlug mehrmals auf dessen Kopf und Gesicht ein. Erst nach mehreren Schlägen hielt ihn sein Aufpasser zurück. Das Opfer zog sich eine Schädel- und Kieferprellung, eine blutige Nase und einen lockeren Zahn zu.

Am Mittwoch mussten sich die beiden Männer wegen gefährlicher Körperverletzung vor Richter Danny Schaller verantworten. Und beide räumten zu Beginn des Prozesses die Tat ein. „Ich bin rausgegangen, um es nicht weiter eskalieren zu lassen“, sagte der Straßenbauer, der inzwischen Vater geworden ist. Das, was der Mann, der neben ihm auf der Anklagebank saß, getan habe, sei einfach „nur hinterhältig gewesen.“ Er habe nicht damit gerechnet.

Auch der Schläger sagte vor Gericht, dass er nicht wisse, was ihn „geritten hat“. Er sei manchmal sehr empfindlich und impulsiv, wenn er was getrunken habe. Auf die Frage, wie er zugeschlagen habe, sagte der 17-Jährige: „Na ganz normal“ und führte eine sportliche Schlagkombination auf Bitte des Richters vor.


 

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