Neumarkt - Nachrichten 11.08.2012, 12:59 Uhr

Neumarkt gewinnt eigenen Strom

Jetzt ist die Fotovoltaik- und Lärmschutzanlage der Stadt am Netz. Am ersten Tag hat sie bereits in zehn Stunden 3.000 KW Strom eingespeist.

OB Thomas Thumann legte im Beissein von Stadtwerkedirektor Manfred Tylla und Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee den Schalter um.

OB Thomas Thumann legte im Beissein von Stadtwerkedirektor Manfred Tylla und Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee den Schalter um.

Neumarkt. „Für mich stellt diese Anlage schon ein Meilenstein im Hinblick auf die Erzeugung erneuerbarer Energie dar“, hob Oberbürgermeister Thomas Thumann bei der ersten Einspeisung von Strom ins Netz bei der Fotovoltaik-/Lärmschutzanlage der Stadt Neumarkt im Stadtteil Pölling hervor. Zusammen mit Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee und Stadtwerkedirektor Manfred Tylla freute er sich über den Anschluss der neuen Anlage, die Ende Juni betriebsbereit gewesen war und für die nunmehr alle Schaltanlagen und Trafos angeschlossen worden sind.

Insgesamt hat die Stadt an der Bahnlinie Neumarkt - Nürnberg auf einer Länge von 744 Metern an dem bestehenden Lärmschutzwall 5.090 Module montieren lassen. Unter der Projektplanung der Firmen Exaphi aus Neumarkt und Treiber aus Dresden waren seit März 2012 die Arbeiten erfolgt. Die Gesamtfläche der Module umfasst 8.145 Quadratmeter. Auf 150 Bohrpfählen ruhen 125 Stahlbetonträger, die das Grundgerüst für die 744 Meter lange Anlage bilden. Darauf sitzen die Module, die in der Spitzenleistung 1,2 Megawatt Strom erbringen sollen. Innerhalb eines Jahres dürften somit etwa 1,19 Millionen Kilowattstunden regenerativ erzeugten Stroms ins Netz eingespeist werden, was dem Verbrauch von rund 400 Haushalten entspricht. Schon am ersten Tag der Einspeisung erzeugte die neue Anlage in zehn Stunden seit ihrer Inbetriebnahme über 3.000 KW Strom, so viel Strom wie ein durchschnittlicher 4-Personenhaushalt in einem Jahr benötigt. Mit der neuen PV-Anlage werden jährlich über 1.000 Tonnen CO2 vermieden.

Die Gesamtanlage erhöht darüber hinaus die Lärmschutzwirkung des bestehenden Walls. „Wir schützen unsere Bürger noch besser vor dem Lärm der vorbeifahrenden Züge und können zugleich Solarstrom für das öffentliche Netz erzeugen“, fasst Oberbürgermeister Thumann das Projekt zusammen. Insgesamt 4,1 Millionen Euro brutto hat die Stadt Neumarkt dafür investiert.

Wie Oberbürgermeister Thumann weiter erläuterte, stelle diese PV-Anlage einen weiteren Mosaikstein bei den vielfältigen Bemühungen Neumarkts im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz dar. Dass Neumarkt etwa als erste Stadt Deutschlands von der UNESCO den Titel „Stadt der Weltdekade“ bereits zum dritten Mal erhalten hat oder die erst heuer erfolgte Auszeichnung mit dem „Climate Star 2012“ des Klima-Bündnis zeigten genauso deutlich wie die Aufnahme in das Programm des Bundesumweltministeriums „Masterplan 100 % Klimaschutz“, dass sich Neumarkt schon seit langem diesem Thema verschrieben habe und Erfolge aufweisen könne.


 

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