Hitler-Zwerge in der Altstadt?
Für eine spektakuläre Kunstaktion sollen im Herbst 1000 Figuren auf dem Neupfarrplatz stehen. Ob die Stadt Regensburg das genehmigt, ist aber fraglich.
Ein Foto von der Straubinger Gartenzwerg-Aktion aus dem Jahr 2009. Die Figuren hießen „poisoned“, also vergiftet. Künstler Ottmar Hörl wollte vor der Manipulation der Massen mit faschistischen Ideen warnen – dasselbe Ziel hat die geplante Aktion in Regensburg. Foto: dpa
Regensburg. Regensburg steht womöglich eine Gartenzwerg-Invasion bevor. Nicht in den Kleingärten, wo die Figuren etwas aus der Mode gekommen sind, sondern mitten in der Altstadt. Mit Gartenidylle sollen die Figuren auch wenig zu tun haben: Die etwa 1000 Zwergerl, die der Nürnberger Künstler Ottmar Hörl möglicherweise auf dem Neupfarrplatz aufstellt, recken den rechten Arm zum Hitlergruß in die Höhe – und sind in knalligem Pink gehalten. Eine ähnliche Aktion hatte im Herbst 2009 in Straubing für überregionales Aufsehen gesorgt – sogar in China wurde über die „Hitler-Zwerge“ berichtet.
Hinter den Plänen für eine ähnlich spektakuläre Kunstaktion in Regensburg steht das Wirtebündnis „Keine Bedienung für Nazis“. Dessen Vorsitzender Ludwig Simek hat beim Künstler Hörl angefragt, ob er die Initiative mit einer Aktion unterstützen würde. Hörl war angetan und sagte zu, Simek stellte im April den Antrag beim städtischen Kulturamt, verbunden mit der Bitte um Fördergelder. Nach Simeks Vorstellungen soll die Aktion noch im September dieses Jahres stattfinden, die Zwergerl sollen zehn Tage lang auf einem zentralen Regensburger Platz stehen. Laut Kulturreferat kommt nur der Neupfarrplatz in Frage.
Teurer Wachdienst für die Zwerge
Mit der Aktion wollen Künstler und „Keine Bedienung für Nazis“ einen „klaren Schlag gegen jeden Rechten“ abgeben, wie es Initiator Simek formuliert. Laut Künstler Hörl soll die Aktion polarisieren und so die Menschen für die Gefahren rechtsextremer Gewalt sensibilisieren. Mit der Darstellung strammer Neonazis als pinkfarbene Zwerge mache man die braune Ideologie lächerlich.
Für die Aktion will das Bündnis 500 Quadratmeter öffentlicher Fläche in Anspruch nehmen. Auf 400 qm sollen die geplanten 1000 pinkfarbenen Gartenzwerge stehen – auf ein am Boden liegendes Holzgestell geschraubt. Auf den restlichen 100 qm sollen ein Stand des Künstlers Ottmar Hörl stehen, einer von „Keine Bedienung für Nazis“ und eine Info-Tafel mit allen 170 Lokalen, die der Initiative mittlerweile beigetreten sind.

